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Neuauflage des Verfahrens gegen die Menendez-Brüder vorerst verschoben

GDJ (CC0), Pixabay
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Die lang erwartete Anhörung zur möglichen Neuverurteilung von Lyle und Erik Menendez ist am Donnerstag nach hitzigen Auseinandersetzungen zwischen Verteidigung und Staatsanwaltschaft auf den 9. Mai vertagt worden.

Die beiden Brüder, die seit über 30 Jahren wegen des Mordes an ihren Eltern eine lebenslange Haftstrafe ohne Aussicht auf Bewährung verbüßen, streben eine Neuverurteilung an, die ihnen eine baldige Entlassung ermöglichen könnte.

Die ursprünglich für diesen Tag angesetzte Anhörung sollte klären, ob ihre Strafe reduziert werden kann – eventuell sogar bis hin zu einer Verurteilung wegen Totschlags. Doch bereits zu Beginn des Tages eskalierte der Streit im Gerichtssaal.

Spannungen zwischen Verteidigung und Staatsanwaltschaft

Verteidiger Mark Geragos kündigte an, die Abberufung der Bezirksstaatsanwaltschaft von Los Angeles zu beantragen. Er warf dem amtierenden Bezirksstaatsanwalt Nathan Hochman Voreingenommenheit und Interessenkonflikte vor. Die Staatsanwaltschaft wiederum forderte Zeit, um ein neues Gutachten zur Gefährlichkeit der Brüder zu prüfen – ein Bericht, den Gouverneur Gavin Newsom im Rahmen eines möglichen Gnadengesuchs in Auftrag gegeben hatte.

Richter Michael Jesic vertagte daraufhin die Entscheidung, um allen Parteien die Möglichkeit zu geben, das Gutachten zu prüfen und Anträge vorzubereiten.

Kampf um Gnade, Revision – und öffentliche Meinung

Die Menendez-Brüder erscheinen bei der Anhörung per Video aus dem Gefängnis in San Diego, wo sie seit Jahrzehnten inhaftiert sind. Unterstützer aus der Familie waren persönlich vor Ort, um auszusagen.

Die Verteidigung verfolgt aktuell mehrere Strategien: Neben der angestrebten Neuverurteilung hat sie auch einen Gnadenerlass durch den kalifornischen Gouverneur beantragt und bemüht sich um eine Umqualifizierung der Tat zu Totschlag.

Staatsanwalt Hochman hingegen lehnt eine Strafminderung kategorisch ab. In einer Pressekonferenz vor der Anhörung erklärte er: „Die Fakten sprechen nicht für die Menendez-Brüder.“ In der Verhandlung betonte sein Kollege Habib Balian: „Wir dürfen nicht die Augen davor verschließen, was vor über 30 Jahren passiert ist.“

Öffentliches Interesse durch Netflix-Serie neu entfacht

Der Fall Menendez hatte zuletzt durch eine Netflix-Dokumentation und ein Drama neue Aufmerksamkeit erhalten. Die Diskussion über Schuld, Missbrauchsvorwürfe gegen den Vater Jose Menendez und das Strafmaß wird in den USA erneut intensiv geführt.

Ob die Brüder tatsächlich eine neue Chance auf Freiheit bekommen, liegt nun in den Händen von Richter Jesic. Die nächste Anhörung am 9. Mai 2025 könnte entscheidend sein – oder den Fall weiter verzögern.

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