In Nepal hat Präsident Ram Chandra Paudel das Parlament aufgelöst und Neuwahlen für März 2026 angesetzt. Der Schritt folgt auf tagelange und teils gewaltsame Proteste im Himalaya-Staat, die die schwerste innenpolitische Krise seit Jahren ausgelöst haben.
Eskalation der Proteste
Auslöser der landesweiten Unruhen war ein von der Regierung verhängtes Verbot sozialer Medien, das inzwischen wieder zurückgenommen wurde. Dennoch rissen die Proteste nicht ab und entwickelten sich zu massiven Ausschreitungen. Nach offiziellen Angaben kamen dabei mindestens 51 Menschen ums Leben, mehr als 1.300 wurden verletzt.
Übergangsregierung eingesetzt
Noch vor der Parlamentsauflösung ernannte Präsident Paudel eine frühere Verfassungsrichterin zur Interimsministerpräsidentin. Sie soll die Regierungsgeschäfte bis zur Wahl leiten und für eine geordnete Übergangsphase sorgen.
Politische Brisanz
Nepal, das seit dem Ende der Monarchie 2008 eine fragile Demokratie aufgebaut hat, steht erneut vor einem politischen Wendepunkt. Die Entscheidung zur Parlamentsauflösung ist Ausdruck der tiefen Krise zwischen Regierung und Bevölkerung, in der Vertrauen in staatliche Institutionen massiv erschüttert wurde.
Mit den Neuwahlen im März hofft die Staatsführung auf einen Neustart – unklar bleibt jedoch, ob dieser Schritt die angespannte Lage beruhigen kann oder ob die Protestbewegung weiter an Stärke gewinnt.
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