Mehr als 50 Jahre nach der letzten bemannten Mondmission will die Nasa erneut Astronauten in die Nähe des Mondes schicken. Der Start der Mission Artemis II ist derzeit für den 6. März (in Großbritannien früh am 7. März) vorgesehen. Es wäre die bislang weiteste Reise von Menschen ins All seit Apollo 17 im Jahr 1972.
Die Entscheidung für das Startfenster fiel nach einer erfolgreichen sogenannten „Wet Dress Rehearsal“ im Kennedy Space Center in Florida. Dabei wird die Rakete vollständig betankt und der gesamte Countdown unter realistischen Bedingungen durchgespielt. Ein erster Test Anfang Februar war wegen eines Wasserstofflecks vorzeitig abgebrochen worden. Nach Angaben der Nasa wurden Dichtungen und Filtersysteme inzwischen überarbeitet, der zweite Test verlief planmäßig.
Zehntägige Reise um die Rückseite des Mondes
Die Mission Artemis II soll vier Astronauten auf eine zehntägige Reise schicken:
- Reid Wiseman (USA)
- Victor Glover (USA)
- Christina Koch (USA)
- Jeremy Hansen (Kanada)
Sie starten mit der 98 Meter hohen Space Launch System (SLS)-Rakete, die bisher nur einmal – unbemannt bei Artemis I im Jahr 2022 – geflogen ist.
Die Crew wird in der Orion-Kapsel untergebracht sein, die sich an der Spitze der Rakete befindet. Der Innenraum ist etwa so groß wie ein Kleinbus und dient während der Mission als Wohn-, Arbeits- und Schlafbereich.
Nach einem Tag im Erdorbit soll die Reise Richtung Mond beginnen. Der Flug dorthin dauert etwa vier Tage. Die Astronauten werden die Rückseite des Mondes umrunden – jenen Teil, der von der Erde aus nie sichtbar ist – und sich in einer Höhe von etwa 6.500 bis 9.500 Kilometern über der Mondoberfläche bewegen. Mehrere Stunden sind für wissenschaftliche Beobachtungen und Bildaufnahmen eingeplant.
Anschließend treten sie den viertägigen Rückflug an. Die Mission endet mit einer Wasserung im Pazifik.
Vorbereitung für eine Mondlandung
Artemis II gilt als entscheidender Schritt für Artemis III, bei der erstmals seit 1972 wieder Menschen den Mond betreten sollen. Die Nasa strebt derzeit eine Landung bis spätestens 2028 an – ein ambitionierter Zeitplan.
Für das Landemodul ist SpaceX verantwortlich, das die Mission mit einer Starship-Rakete unterstützen soll. Verzögerungen bei der Entwicklung haben jedoch zu Anpassungen der Planungen geführt. Auch Blue Origin arbeitet an alternativen Konzepten.
Der Wettlauf ist nicht nur technologisch motiviert: China plant eine eigene bemannte Mondlandung bis 2030. Beide Nationen richten ihren Blick besonders auf den Südpol des Mondes, wo langfristig Mondbasen entstehen könnten.
Mit Artemis II beginnt damit ein neues Kapitel der bemannten Raumfahrt – und ein neuer Wettbewerb um die Zukunft auf dem Mond.
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