Der Konflikt im Nahen Osten verschärft sich weiter. Israel teilte am Mittwoch mit, eine zehnte Welle großangelegter Luftangriffe auf Ziele in Teheran begonnen zu haben. US-Präsident Donald Trump erklärte, die iranische Luftwaffe und Marine seien „ausgeschaltet“ worden. Das US-Militär sprach von 17 zerstörten iranischen Schiffen und fast 2.000 angegriffenen Zielen.
Seit Beginn der Kämpfe sollen im Iran mehr als 1.000 Menschen getötet worden sein.
Rauch über Beirut – Evakuierungen laufen
Auch im Libanon spitzt sich die Lage zu. In den südlichen Vororten von Beirut war am Mittwochmorgen Rauch nahe dem internationalen Flughafen zu sehen. Der Flughafen ist zwar noch in Betrieb, doch die meisten internationalen Flüge wurden gestrichen.
Israel hatte zuvor eine dringende Evakuierungswarnung für Teile der Stadt ausgesprochen. In Beirut wurden Schulen zu Notunterkünften für Familien, die aus dem Süden des Landes geflohen sind. Dort ordnete Israel die Räumung von mindestens 50 Ortschaften an.
Parallel dazu haben die USA mehrere Botschaften in der Region geschlossen, diplomatisches Personal reduziert und amerikanische Staatsbürger zur Ausreise aufgefordert. Die Vereinigten Arabischen Emirate richteten sogenannte sichere Luftkorridore ein, um Ausländer auszufliegen.
Israel greift Machtzentrum in Qom an
Besonders symbolträchtig war ein israelischer Angriff auf ein Gebäude in der heiligen Stadt Qom. Dort sollte sich die Versammlung der Experten treffen – ein Gremium aus 88 hochrangigen Geistlichen, das für die Wahl eines neuen obersten Führers zuständig ist.
Nach dem Tod von Ayatollah Ali Khamenei beraten die Geistlichen nun virtuell, da ein persönliches Treffen in Qom nach dem Angriff nicht möglich ist.
Israels Verteidigungsminister Israel Katz erklärte, jeder neu ernannte iranische Führer sei ein legitimes Ziel. Unabhängig von Namen oder Aufenthaltsort werde man handeln. Ziel sei es, die Fähigkeiten des Regimes zu zerstören und Bedingungen für einen politischen Umbruch im Iran zu schaffen.
CIA plant offenbar Unterstützung kurdischer Kräfte
Laut CNN arbeitet die CIA an einem Plan, kurdische Kräfte zu bewaffnen, um einen Aufstand im Iran zu fördern. Mehrere mit der Angelegenheit vertraute Personen bestätigten entsprechende Vorbereitungen. Offizielle Stellungnahmen aus Washington dazu gibt es bislang nicht.
Ölhandel massiv gestört – Weltwirtschaft unter Druck
Der Konflikt trifft zunehmend die Weltwirtschaft. Die Straße von Hormus – normalerweise Transitroute für rund 20 Prozent der weltweiten Öl- und Flüssiggasexporte – ist faktisch blockiert. Der Iran drohte, Schiffe anzugreifen, die die Meerenge passieren wollen.
Energiepreise schießen in die Höhe, Aktienmärkte geraten unter Druck. In den USA verzeichnete der Benzinpreis den stärksten Tagesanstieg seit 2005. In Asien brachen die Börsenkurse ein.
US-Präsident Trump ordnete staatliche Versicherungen und Garantien für Schiffe im Golf an und stellte militärische Begleitung von Tankern durch die US-Marine „falls nötig“ in Aussicht.
Die Vereinten Nationen warnen vor einer möglichen humanitären Krise: Steigende Lebensmittelpreise, Versorgungsengpässe und Belastungen für Gesundheitssysteme seien zu erwarten, falls der Konflikt andauere.
Frankreich verstärkt Militärpräsenz
Frankreich entsandte Kampfflugzeuge vom Typ Rafale, um seine Militärstützpunkte in den Vereinigten Arabischen Emiraten zu schützen. Zudem verlegte Paris den Flugzeugträger „Charles de Gaulle“ ins Mittelmeer. Präsident Emmanuel Macron hatte die US-israelischen Angriffe zuvor als völkerrechtlich problematisch kritisiert.
Iran plant dreitägige Trauerfeier
In Teheran soll ab Mittwochabend eine dreitägige Abschiedszeremonie für Ayatollah Khamenei stattfinden. Trotz anhaltender Luftangriffe bereitet der Staat öffentliche Trauerveranstaltungen vor.
Lage bleibt unübersichtlich
Während Israel weitere Angriffe ankündigt und der Iran Vergeltung übt, bleibt die Situation hochgradig instabil. Internationale Akteure versuchen, ihre Bürger in Sicherheit zu bringen, während sich die militärische und politische Dynamik täglich verändert.
Die kommenden Tage dürften entscheidend dafür sein, ob der Konflikt regional begrenzt bleibt oder sich weiter ausweitet.
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