Die Lage im Nahen Osten bleibt hochgefährlich. US-Präsident Donald Trump erklärte, der Iran wolle zwar offenbar über ein Ende des Krieges verhandeln, doch aus seiner Sicht seien die Bedingungen dafür derzeit „nicht gut genug“.
In einem Interview mit NBC sagte Trump zudem, die USA hätten die iranische Insel Kharg Island – das wichtigste Öl-Exportzentrum des Landes – „vollständig zerstört“. Wörtlich fügte er hinzu, man könne die Insel „vielleicht noch ein paar Mal treffen, einfach zum Spaß“. Die Äußerung sorgt international für scharfe Reaktionen.
Neue Raketenangriffe zwischen Israel und Iran
In der Nacht setzten sich die gegenseitigen Angriffe zwischen Israel und dem Iran fort. Nach Angaben der israelischen Armee hat der Iran erneut Raketen in Richtung Israel abgefeuert. Die Luftabwehr sei im Einsatz, die Bevölkerung wurde in betroffenen Gebieten aufgefordert, Schutzräume aufzusuchen.
Auch die iranische Nachrichtenagentur Fars, die den Revolutionsgarden nahesteht, berichtete von einer neuen Angriffswelle. Demnach seien weitere Raketen aus dem Iran gestartet worden. Zudem soll auch die libanesische Hisbollah Angriffe mit Raketen oder Drohnen auf Nordisrael durchgeführt haben.
Abfangaktionen in Saudi-Arabien, Dubai, Katar und Kuwait
Nicht nur Israel ist betroffen: Auch in mehreren Golfstaaten wurden in den vergangenen Stunden Flugkörper abgefangen.
-
Saudi-Arabien meldete die Zerstörung von sieben Drohnen über Riad und der Ostregion.
-
Dubai erklärte, die in den Stadtteilen Marina und Al Sufouh gehörten Explosionen seien auf erfolgreiche Luftabwehrmaßnahmen zurückzuführen.
-
Katar teilte mit, vier ballistische Raketen sowie mehrere Drohnen aus dem Iran abgefangen zu haben.
-
Auch Kuwait meldete mehrere Drohnen-Abfänge.
USA fordern Bürger in Irak zum sofortigen Verlassen des Landes auf
Nach einem Raketeneinschlag auf das US-Botschaftsgebäude in Bagdad hat die amerikanische Botschaft ihre Staatsbürger im Irak eindringlich aufgefordert, das Land „sofort“ zu verlassen.
In der Warnung heißt es, US-Bürger sollten ihre Entscheidung, im Irak zu bleiben, angesichts der erheblichen Bedrohung durch pro-iranische Milizen dringend überdenken.
Zudem ordnete Washington an, dass nicht unbedingt erforderliche Regierungsmitarbeiter sowie deren Angehörige den Oman verlassen sollen.
Insgesamt haben die USA ihre Bürger inzwischen aufgefordert, mehr als ein Dutzend Länder im Nahen Osten zu verlassen oder Reisen dorthin zu vermeiden.
Trump drängt Verbündete zu Militäreinsatz in der Straße von Hormus
Trump wiederholte außerdem seine Forderung an mehrere Staaten, Kriegsschiffe in die Straße von Hormus zu entsenden. Er nannte dabei unter anderem:
-
China
-
Frankreich
-
Japan
-
Südkorea
-
Großbritannien
Ziel sei es laut Trump, dass die strategisch wichtige Meerenge „keine Bedrohung mehr durch den Iran“ darstelle.
Die Straße von Hormus zählt zu den wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt. Ein erheblicher Teil des globalen Öl- und Gasexports wird durch diese enge Passage zwischen Iran, Oman und den Vereinigten Arabischen Emiraten transportiert. Eine Eskalation dort könnte massive Folgen für Energiepreise und Weltwirtschaft haben.
So reagieren andere Länder auf Trumps Forderung
Großbritannien
Das britische Verteidigungsministerium erklärte, man bespreche mit Partnern „eine Reihe von Optionen“, um die Sicherheit des Schiffsverkehrs in der Region zu gewährleisten.
China
Die chinesische Botschaft in Washington forderte einen sofortigen Stopp der Kampfhandlungen. Ob Peking Kriegsschiffe entsenden wird, ließ China offen. Man betonte jedoch, dass alle Seiten für stabile und ungehinderte Energieversorgung sorgen müssten.
Japan
Tokio reagierte bislang zurückhaltend. Laut japanischen Medien könnte das Thema aber beim bevorstehenden USA-Besuch von Premierministerin Sanae Takaichi auf die Agenda kommen. Ein Regierungsvertreter betonte:
„Japan entscheidet selbst über seine Reaktion.“
Frankreich
Paris dementierte Berichte, wonach französische Kriegsschiffe bereits in die Straße von Hormus verlegt würden. Der französische Flugzeugträgerverband bleibe im östlichen Mittelmeer. Die Haltung sei unverändert defensiv.
Südkorea
Aus Seoul gab es zunächst keine offizielle Reaktion.
Formel 1 sagt Rennen in Bahrain und Saudi-Arabien ab
Wegen der angespannten Sicherheitslage hat die Formel 1 die kommenden Rennen in Bahrain und Saudi-Arabien offiziell abgesagt.
Die Grand Prix waren ursprünglich für den 12. April und 19. April geplant. Als Grund nannte die Rennserie die „anhaltende Lage im Nahen Osten“. Ersatztermine soll es nicht geben.
US-Verteidigungsministerium nennt Namen der getöteten Soldaten
Das Pentagon hat außerdem die Namen der sechs US-Soldaten veröffentlicht, die bei dem Absturz eines militärischen Tankflugzeugs in Irak ums Leben kamen.
Es handelt sich um Besatzungsmitglieder einer KC-135, die im Rahmen laufender US-Operationen gegen den Iran im Einsatz war. Nach Angaben des US-Verteidigungsministeriums gibt es bislang keine Hinweise auf Feindbeschuss. Die Ursache des Absturzes wird weiter untersucht.
Kurzfazit
Die wichtigsten Entwicklungen im Überblick:
-
Trump sagt, Iran wolle verhandeln, aber die Bedingungen seien „nicht gut genug“
-
Die USA hätten laut Trump Kharg Island „vollständig zerstört“
-
Israel und Iran setzten ihre gegenseitigen Angriffe fort
-
In mehreren Golfstaaten wurden Raketen und Drohnen abgefangen
-
Die USA fordern Bürger im Irak zum sofortigen Verlassen des Landes auf
-
Washington drängt Verbündete zu einer Sicherung der Straße von Hormus
-
Bahrain- und Saudi-Arabien-GP der Formel 1 wurden abgesagt
-
Sechs tote US-Soldaten nach Flugzeugabsturz in Irak identifizier
Kommentar hinterlassen