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Nahost-Konflikt eskaliert weiter: Israel ordnet Evakuierungen im Libanon an – Ölpreise steigen deutlich

TheDigitalArtist (CC0), Pixabay
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Der Krieg zwischen den USA, Israel und Iran ist am dritten Tag weiter eskaliert. In der Nacht zu Montag weitete sich die Gewalt erneut auf den Libanon aus. Israel forderte die Bewohner von mehr als 50 Städten und Dörfern im Süden des Landes auf, ihre Häuser umgehend zu verlassen. Die Menschen sollten sich mindestens einen Kilometer von ihren Ortschaften entfernen und offene Gebiete aufsuchen, teilte das israelische Militär mit. Wer sich in der Nähe von Hisbollah-Mitgliedern oder deren Einrichtungen aufhalte, bringe sein Leben in Gefahr.

Zu den betroffenen Orten zählen unter anderem Bint Jbeil, Aitaroun, Houla, Qana, Hanine, Beit Lif und zahlreiche weitere Gemeinden im Südlibanon sowie im Bekaa-Tal.

Kurz zuvor hatte die Hisbollah erklärt, sie habe Raketen und Drohnen auf Ziele im Norden Israels abgefeuert. Nach eigenen Angaben handelte es sich um eine Vergeltungsaktion für die Tötung des iranischen Revolutionsführers Ajatollah Ali Chamenei bei US- und israelischen Luftangriffen. Das israelische Militär bestätigte die Angriffe und kündigte massive Gegenschläge gegen Stellungen der vom Iran unterstützten Miliz an. Man werde nicht zulassen, dass die Hisbollah eine Bedrohung für die Zivilbevölkerung im Norden Israels darstelle.

In Beirut wurden Anwohner kurz vor 3 Uhr morgens Ortszeit von mehreren Explosionen geweckt. Über den südlichen Vororten der Hauptstadt stiegen Rauchwolken auf. Augenzeugen berichteten von starkem Verkehr und langen Staus, als zahlreiche Menschen versuchten, die betroffenen Stadtteile zu verlassen. Trotz eines 2024 unter US-Vermittlung geschlossenen Waffenstillstands werfen sich Israel und die Hisbollah weiterhin gegenseitig Verstöße vor.

Auch andere Länder der Region sind betroffen. In den Vereinigten Arabischen Emiraten wurden seit Samstag drei Todesopfer infolge iranischer Vergeltungsschläge gemeldet. Explosionen gab es zudem in Bahrain, in der irakischen Stadt Erbil sowie in Jordanien.

Die wirtschaftlichen Auswirkungen sind bereits spürbar. Besonders die Luftfahrtbranche leidet unter der Ausweitung des Konflikts. Der Iran griff wiederholt Flughäfen in der Region an, darunter wichtige internationale Drehkreuze. Am Hamad International Airport in Doha, einem der verkehrsreichsten Flughäfen weltweit, wurde der Flugbetrieb zeitweise eingestellt. Dies beeinträchtigt nicht nur den Passagierverkehr, sondern auch den internationalen Luftfrachtverkehr erheblich.

An den Börsen reagierten die Märkte nervös: Aktien großer Fluggesellschaften wie Qantas, Singapore Airlines und Japan Airlines verloren zum Wochenstart jeweils mehr als fünf Prozent.

Zudem geraten wichtige Seewege unter Druck. Nach Angriffen auf mehrere Schiffe nahe der Straße von Hormus – einer der bedeutendsten Öltransportrouten der Welt – stiegen die Ölpreise zunächst um mehr als zehn Prozent. Im weiteren Handelsverlauf gaben sie einen Teil der Gewinne wieder ab. Am frühen Morgen lag der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent rund vier Prozent im Plus bei gut 76 US-Dollar. Marktbeobachter betonten jedoch, es gebe bislang keine Anzeichen für eine umfassende Unterbrechung der globalen Ölversorgung.

Unterdessen bestätigte das britische Verteidigungsministerium einen mutmaßlichen Drohnenangriff auf den Luftwaffenstützpunkt RAF Akrotiri auf Zypern. Verletzte habe es nicht gegeben. Die britischen Streitkräfte hätten ihre Schutzmaßnahmen auf das höchste Niveau erhöht.

US-Präsident Donald Trump erklärte in einer Videobotschaft, die „Kampfoperationen“ gegen den Iran würden fortgesetzt, bis alle Ziele erreicht seien. Nach Angaben des US-Zentralkommandos wurden bei einem iranischen Angriff drei US-Soldaten getötet und fünf weitere schwer verletzt.

Der libanesische Ministerpräsident Nawaf Salam warnte unterdessen eindringlich davor, vom Süden des Landes aus Raketen abzufeuern. Unabhängig davon, wer dahinterstehe, gefährdeten solche Aktionen die Sicherheit des Libanon und lieferten Israel Vorwände für weitere Angriffe.

Die Lage in der Region bleibt äußerst angespannt. Eine weitere Eskalation gilt als nicht ausgeschlossen.

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