Eine Entbindungspflegerin aus Florida ist nach einem obszönen TikTok-Video, in dem sie der schwangeren Pressesprecherin von Ex-Präsident Donald Trump eine schmerzhafte Geburt wünschte, sowohl von ihrem Arbeitgeber entlassen als auch von der weiteren Berufsausübung im Bundesstaat ausgeschlossen worden.
Die betroffene Krankenschwester, Lexie Lawler, arbeitete bis vor Kurzem im Baptist Health Boca Raton Regional Hospital. In dem inzwischen gelöschten Video äußerte sie sich in vulgärer Sprache über Karoline Leavitt, die aktuelle Pressesprecherin des Weißen Hauses unter Präsident Trump.
„Als Entbindungspflegerin wünsche ich Karoline Leavitt von Herzen einen Dammriss vierten Grades“, sagte Lawler unter anderem in dem Video. Sie benutzte dabei derbe Ausdrücke und wünschte der 28-jährigen werdenden Mutter bleibende gesundheitliche Schäden.
Der Vorfall löste breite Kritik aus. Das Krankenhaus teilte am 23. Januar mit, dass Lawler nicht länger Teil des Gesundheitssystems sei. „Obwohl wir persönliche Meinungsäußerungen respektieren, gibt es in der medizinischen Versorgung keinen Platz für Sprache oder Verhalten, das Zweifel an der Fähigkeit zu mitfühlender und unparteiischer Pflege aufwirft“, hieß es in der offiziellen Stellungnahme.
Auch Floridas Generalstaatsanwalt James Uthmeier äußerte sich: Die Äußerungen hätten eine ethische Grenze überschritten, insbesondere weil sie direkt mit Lawlers beruflicher Rolle als Pflegekraft verknüpft seien. Daraufhin wurde ihr mit sofortiger Wirkung die Berufszulassung im Bundesstaat entzogen.
Kontroverse um Meinungsfreiheit und Berufsrecht
Inzwischen wurde eine GoFundMe-Kampagne ins Leben gerufen, um Lawler rechtlich zu unterstützen. Dort heißt es, die Maßnahme stelle eine bedrohliche Einmischung des Staates in die Meinungsfreiheit dar. „Lexie hat weder einen Behandlungsfehler begangen noch einen Patienten geschädigt. Sie äußerte sich in ihrer Freizeit als Privatperson“, heißt es auf der Spendenplattform. Bis zum 29. Januar kamen über 12.000 US-Dollar zusammen.
Weitere Eskalation nach Tod eines Pflegers in Minnesota
Am darauffolgenden Wochenende meldete sich Lawler erneut via Social Media zu Wort – diesmal wütend über den Tod des Krankenpflegers Alex Pretti, der am 24. Januar in Minneapolis von einem US-Grenzschutzbeamten erschossen wurde. Pretti soll laut Behörden eine Waffe mitgeführt haben, doch laut Augenzeugen und Videoaufnahmen war dies bei der Konfrontation nicht erkennbar. Lawler reagierte mit einem weiteren Video, in dem sie die Behörden scharf anging und sich selbst als Opfer staatlicher Willkür darstellte.
„Sie erschießen einen Mann in Minnesota, und ich soll meine Lizenz verlieren, weil ich ein paar schlimme Worte gesagt habe?“, fragte sie wütend in die Kamera. Auch diese Aussagen sorgten für Kritik.
Politische Reaktionen und Debatte um Berufsethik
Auch der Bürgermeister von Boca Raton, Scott Singer, äußerte sich: Die Äußerungen Lawlers seien „widerwärtig“ und hätten in der Medizin „nichts verloren“. Der Fall hat eine Debatte über das Spannungsverhältnis zwischen Meinungsfreiheit und beruflicher Verantwortung im Gesundheitswesen ausgelöst – insbesondere dann, wenn Privatmeinungen mit der beruflichen Rolle kollidieren.
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