Die deutsche Nationalmannschaft hat sich in einem intensiven WM-Testspiel gegen Ghana zu einem hart erarbeiteten 2:1-Erfolg gezittert. Für Ghana hatte die knappe Niederlage in Stuttgart jedoch ein unmittelbares Nachspiel: Nach dem erneut verlorenen Spiel zog der ghanaische Verband die Konsequenzen und trennte sich von Nationaltrainer Otto Addo.
Drei Tage nach der deutlichen 1:5-Pleite in Wien gegen Österreich musste Ghana damit auch im zweiten Duell gegen einen WM-Teilnehmer eine Niederlage hinnehmen. Vor 52.723 Zuschauern im ausverkauften Stuttgarter Stadion setzte sich Deutschland mit 2:1 (1:0) durch.
Havertz und Undav treffen für Deutschland
Die Treffer für die DFB-Elf erzielten Kai Havertz in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit per Handelfmeter (45.+3) sowie Deniz Undav kurz vor Schluss (88. Minute).
Für Ghana hatte der eingewechselte Fatawu Issahaku zwischenzeitlich den Ausgleich erzielt (70. Minute).
Damit feierte Deutschland den nächsten Erfolg, musste sich den Sieg gegen einen engagiert auftretenden Gegner jedoch deutlich härter erarbeiten als es die Spielanteile zunächst vermuten ließen.
Deutschland startet dominant, Ghana stabilisiert sich
Die Mannschaft von Bundestrainer Julian Nagelsmann begann druckvoll und suchte früh den Weg zum Führungstreffer. Bereits in der Anfangsphase vergaben Nick Woltemade (4.) sowie Florian Wirtz, dessen Freistoß nur an der Außenstange landete (6.), gute Möglichkeiten.
Mit zunehmender Spielzeit fand Ghana jedoch besser in die Partie, stand defensiv kompakter und machte den Deutschen das Leben zunehmend schwerer. Die Gäste hielten die Räume eng und zwangen die DFB-Elf immer wieder zu ungenauen Abschlüssen.
Handspiel bringt Deutschland kurz vor der Pause in Führung
Kurz vor dem Halbzeitpfiff wurde Deutschland dann doch noch belohnt.
Ein Handspiel von Jonas Adjetey im Strafraum führte zum Elfmeter für die Gastgeber. Besonders bitter für Ghana: Adjetey hatte bereits im Spiel gegen Österreich durch ein Handspiel einen Strafstoß verursacht.
Kai Havertz übernahm die Verantwortung und verwandelte den fälligen Elfmeter souverän zur 1:0-Pausenführung.
Ghana nutzt Konter eiskalt aus
Auch nach dem Seitenwechsel blieb Deutschland zunächst die spielbestimmende Mannschaft, versäumte es jedoch, die Führung auszubauen. Ein Kopfball von Woltemade landete nur an der Latte (53.).
Danach wurde Ghana mutiger. Ein Versuch von Jordan Ayew ging zunächst noch knapp vorbei (63.), doch wenig später schlugen die Gäste eiskalt zu. Nach einem schnellen Konter über die linke Seite und einer Hereingabe von Derrick Köhn traf der kurz zuvor eingewechselte Fatawu Issahaku nur vier Minuten nach seiner Einwechslung aus rund elf Metern zum 1:1.
Die deutsche Defensive ließ sich bei diesem Angriff überraschend leicht aushebeln – ein Warnsignal für das Team von Julian Nagelsmann.
Undav rettet Deutschland den späten Sieg
In der Schlussphase stemmte sich Deutschland gegen einen unerwarteten Rückschlag.
Lennart Karl vergab zunächst noch eine gute Gelegenheit (85.), ehe Deniz Undav kurz vor dem Ende doch noch für die Entscheidung sorgte. Mit seinem Treffer in der 88. Minute sicherte er der DFB-Elf den späten 2:1-Sieg und ließ die Fans in Stuttgart jubeln.
Ghana zieht Konsequenzen: Otto Addo muss gehen
Für Ghana hatte die Niederlage weitreichende Folgen.
Nach dem zweiten Rückschlag innerhalb weniger Tage und den enttäuschenden Auftritten gegen Österreich und Deutschland zog der Verband die Reißleine: Nationaltrainer Otto Addo wurde im Anschluss an das Spiel entlassen.
Die Entscheidung unterstreicht den wachsenden Druck auf den ghanaischen Fußball, der sich nach zwei Niederlagen gegen europäische WM-Teilnehmer in einer sportlich schwierigen Phase befindet.
Deutschland mit Sieg, aber weiter mit Baustellen
Trotz des Erfolgs dürfte der Auftritt der deutschen Mannschaft nicht in allen Bereichen zufriedenstellen. Zwar kontrollierte das DFB-Team über weite Strecken das Spiel, ließ jedoch zahlreiche Chancen ungenutzt und offenbarte vor allem beim ghanaischen Ausgleich Schwächen im Umschaltverhalten.
Unterm Strich steht zwar ein weiterer Sieg für die Mannschaft von Julian Nagelsmann, doch die Partie zeigte auch deutlich:
Bis zur WM gibt es für Deutschland weiterhin einige Baustellen.
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