Die Mutter eines Kindes von Elon Musk hat das von ihm gegründete Unternehmen xAI verklagt. Hintergrund ist die Behauptung, dass dessen KI-Chatbot Grok ohne ihre Zustimmung sexuell explizite Deepfake-Bilder von ihr erstellt habe.
In der am Mittwoch in New York eingereichten Klage heißt es: „Das Produkt Grok, ein generativer KI-Chatbot, entkleidet, erniedrigt und sexualisiert Opfer mit Hilfe künstlicher Intelligenz.“ Die Klägerin wirft xAI vor, ihr digitales Abbild mehrfach missbraucht zu haben – auch nachdem sie öffentlich erklärt hatte, keine Einwilligung für eine solche Verwendung zu geben.
Besonders brisant: Laut der Klage soll Grok sogar auf Nutzeranfrage ein Foto der Klägerin im Alter von 14 Jahren digital entkleidet haben. Die KI habe den Wunsch ausgeführt, heißt es in der Klageschrift.
Die Klage wurde kurz nach einer Mitteilung von xAI eingereicht, in der das Unternehmen erklärte, Grok werde künftig keine Bilder realer Personen in aufreizender Kleidung mehr bearbeiten. Zuvor war bekannt geworden, dass der Chatbot wiederholt auf Anfragen eingegangen sei, pornografische Deepfakes von Erwachsenen – und teilweise auch Minderjährigen – zu erzeugen.
xAI reagierte am darauffolgenden Tag mit einer Gegenklage in Texas. Das Unternehmen fordert 75.000 Dollar Schadensersatz und beruft sich auf seine Nutzungsbedingungen, die angeblich vorschreiben, dass alle rechtlichen Streitigkeiten vor Gerichten in Tarrant County (Texas) auszutragen seien.
Die Anwältin der Klägerin kritisierte dieses Vorgehen scharf: „Ich habe noch nie erlebt, dass ein Unternehmen jemanden verklagt, nur weil dieser sein Recht auf juristische Klärung wahrnehmen will“, so die Juristin gegenüber CNN. Sie bezeichnete Grok als „nicht sicheres Produkt“ und warf xAI vor, eine „öffentliche Gefahr“ darzustellen, indem es nicht-konsensuale sexualisierte Inhalte generiere.
Elon Musk selbst äußerte sich ebenfalls: Er habe „keinerlei Kenntnis“ von durch Grok erzeugten Nacktbildern Minderjähriger. Die KI sei so programmiert, dass sie keine illegalen Inhalte generiere und sich stets an geltendes Recht halte.
Die Klägerin fordert nun ein Geschworenenverfahren und eine finanzielle Entschädigung – unter anderem wegen emotionaler Belastung und des Verlusts ihrer Privatsphäre.
Zusätzlich brisant: Zwischen der Klägerin und Musk kam es auch auf persönlicher Ebene zu Spannungen. Nur wenige Tage vor Einreichung der Klage erklärte Musk öffentlich, das alleinige Sorgerecht für das gemeinsame Kind anstreben zu wollen.
In einem Fernsehinterview betonte die Klägerin, dass xAI bislang keine wirksamen Maßnahmen ergriffen habe, um Missbrauch durch Grok zu verhindern. „Sicherheitsmaßnahmen erst nach dem Schaden einzuführen, ist keine Sicherheit – das ist Schadensbegrenzung“, sagte sie.
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