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Musk gegen Kinderschutz: Meinungsfreiheit, aber make it porn

Peggy_Marco (CC0), Pixabay
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Die Social-Media-Plattform X – vormals Twitter, jetzt irgendwie alles und nichts – hat mal wieder Ärger. Diesmal nicht mit Nutzern, Börsen oder Raumfahrtexperimenten, sondern mit einem Gesetz, das sich erdreistet, Kinder im Internet schützen zu wollen. Frechheit! sagt Elon Musks Plattform – das sei ein Anschlag auf die Meinungsfreiheit!

Großbritannien verlangt nämlich, dass Onlineplattformen technisch belastbare Altersprüfungen einführen. Der Zweck? Klar: Schutz Minderjähriger vor Inhalten wie Pornografie, Gewalt oder toxischen Kommentaren von Leuten, die denken, „Cancel Culture“ sei schlimmer als Masern.

X sieht darin allerdings „eine ernste Gefahr für die Redefreiheit“. Denn wenn man schon das Alter prüfen muss, bevor man Leuten Zugang zu Schmuddelcontent oder wahlweise auch politischer Hetze gibt, wo endet das dann? Bei Anstand? Bei Verantwortung? Bei einem Plattformchef, der nicht täglich demokratische Spielregeln umdeutet?

Wenn Kinderschutz Meinungsdiktatur wird

X spricht von einer „lobenswerten Absicht“, die vom regulatorischen Geltungsbereich überschattet werde. Übersetzung: Kinderschutz gut, aber bitte nicht bei uns, das ist schlecht fürs Engagement.

Dabei sind die Regeln eigentlich klar: Seit dem 25. Juli müssen Anbieter in UK ein belastbares System zur Altersverifikation einführen. Nicht irgendein Pop-up mit „Bist du 18? – Ja / Nein“, sondern etwas, das tatsächlich funktioniert. Wer nicht mitspielt, riskiert bis zu 18 Millionen Pfund Strafe – oder 10 % des globalen Umsatzes. Für X ist das vermutlich schmerzhafter als der Verlust von Werbekunden nach dem letzten antisemitischen Algorithmusausrutscher.

Wenn Kontrolle plötzlich Zensur heißt

Natürlich hat X reagiert: Altersverifikation via Ausweisupload, Selfie oder – und das ist kein Witz – Datum der Kontoerstellung. Nichts schreit so sehr nach Jugendschutz wie ein „Account seit 2014“-Vermerk neben einem Profilbild von Anime-Breitschultern.

Elon Musk, der Freiheitskämpfer mit Marsambitionen, nutzt seine Plattform also wieder mal für den ewigen Kampf: gegen Regulierung, gegen Verantwortung – und vor allem gegen den gesunden Menschenverstand.

Denn wenn Kinder geschützt werden sollen, aber jemand wie Musk sich dadurch „zensiert“ fühlt, dann zeigt das vor allem eines: Die wahre Angst mancher Plattformen gilt nicht der Meinungsfreiheit – sondern dem Verlust der totalen Reichweite.

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