Das Bezahlen per Smartphone oder Smartwatch wird in Deutschland zunehmend alltäglich. Wie aus aktuellen Zahlen der Deutschen Bundesbank hervorgeht, hat sich der Anteil mobiler Zahlungen in nur zwei Jahren mehr als verdreifacht. Während im zweiten Halbjahr 2022 lediglich rund fünf Prozent aller Kartenzahlungen über mobile Endgeräte abgewickelt wurden, lag dieser Wert im zweiten Halbjahr 2024 bereits bei 16 Prozent.
Damit zeigt sich ein deutlicher Wandel im Zahlungsverhalten der Verbraucherinnen und Verbraucher. Was lange als Nischenanwendung galt, entwickelt sich immer stärker zu einer etablierten Alternative zur klassischen Giro- oder Kreditkarte.
Bequemlichkeit und Technik treiben den Trend
Ein wesentlicher Treiber dieser Entwicklung ist die zunehmende Verbreitung von Smartphones und Smartwatches mit integrierter Bezahlfunktion. Digitale Wallets wie Apple Pay, Google Pay oder entsprechende Angebote der Banken ermöglichen kontaktlose Zahlungen mit wenigen Handgriffen. Für viele Nutzerinnen und Nutzer ist das Smartphone ohnehin ständig griffbereit, was den Bezahlvorgang schneller und komfortabler macht.
Hinzu kommt, dass immer mehr Händler kontaktlose Zahlungssysteme anbieten. Insbesondere seit der Corona-Pandemie hat sich das kontaktlose Bezahlen stark durchgesetzt und Akzeptanzbarrieren weiter abgebaut.
Deutschland holt langsam auf
Trotz des deutlichen Wachstums liegt Deutschland im internationalen Vergleich weiterhin eher im Mittelfeld. In skandinavischen Ländern oder in den USA ist das Bezahlen per Smartphone bereits deutlich weiter verbreitet. Der aktuelle Anstieg zeigt jedoch, dass auch hierzulande die Zurückhaltung gegenüber digitalen Bezahlformen spürbar abnimmt.
Auffällig ist, dass vor allem jüngere Menschen häufiger zum Smartphone greifen, während ältere Generationen weiterhin bevorzugt mit Karte oder Bargeld zahlen. Dennoch steigt auch in diesen Altersgruppen die Offenheit gegenüber mobilen Bezahllösungen.
Bargeld bleibt wichtig – vorerst
Trotz des Booms beim mobilen Bezahlen spielt Bargeld in Deutschland weiterhin eine bedeutende Rolle. Die Bundesbank betont regelmäßig, dass Bargeld nach wie vor eines der wichtigsten Zahlungsmittel im Alltag ist. Allerdings deutet der anhaltende Trend darauf hin, dass digitale Zahlungsformen langfristig weiter an Bedeutung gewinnen werden.
Die Zahlen zeigen: Das Smartphone ist nicht mehr nur Kommunikationsmittel, sondern entwickelt sich zunehmend zur digitalen Geldbörse – ein Wandel, der das Bezahlen im Alltag nachhaltig verändert.
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