MIT zu Trump-Regierung: Danke für die Bundesgelder – aber bitte ohne Ideologie-Soße
„Forschung ja, Gesinnung nein“ – US-Eliteuni lehnt staatliches Zuckerbrot mit politischer Peitsche ab
Wenn es nach der Trump-Regierung geht, soll die Wissenschaft künftig nicht nur forschen, sondern auch artig nicken – besonders dann, wenn konservative Weltbilder applauswürdig erscheinen. Doch das Massachusetts Institute of Technology (MIT) – eine der prestigeträchtigsten Hochschulen der Welt – hat auf das neueste Angebot aus Washington mit einer akademisch formulierten, aber inhaltlich klaren Absage reagiert: Nope. Not happening.
Die Regierung unter Donald Trump (der anscheinend noch nicht verstanden hat, dass er nicht mehr Präsident ist, aber weiterhin Dekrete schreibt wie in der Realityshow „Wissenschaft nach meinem Geschmack“) hatte neun Eliteunis großzügig „bevorzugten Zugang zu Bundesmitteln“ angeboten. Der Preis: Eine kleine Anpassung der internen Regeln – Sie wissen schon, hier ein bisschen weniger Diversität, dort ein bisschen mehr Raum für „konservative Ideen“.
Im Klartext: Lasst Geschlecht und Ethnie bei der Zulassung weg, räumt rechtskonservativen Denkansätzen mehr Platz ein und sagt dem akademischen Elfenbeinturm „Servus“, wenn er nicht auf Fox-News-Niveau diskutiert.
🧪 MIT sagt: Danke, aber wir sind hier wegen der Wissenschaft
Sally Kornbluth, Präsidentin des MIT, antwortete mit einem Brief an Bildungsministerin Linda McMahon – einst Wrestling-Mogulin, jetzt offenbar Hüterin der Ideologiekontrolle im Hörsaal – und ließ freundlich aber bestimmt wissen:
„Der Vorschlag enthält Prinzipien, mit denen wir nicht übereinstimmen, darunter solche, die die Meinungsfreiheit und unsere Unabhängigkeit als Institution einschränken würden.“
Auf gut Deutsch: Wir forschen, was wir wollen, lehren, wen wir für geeignet halten, und lassen uns nicht dafür bezahlen, Denkverbote zu installieren. Geld gegen Haltung verkaufen? Nicht unser Stil.
🏛️ Ideologischer Ausverkauf statt Eliteförderung?
Laut Regierung sollte die Fördervergabe künftig nicht nur von Forschungsanträgen, sondern auch von ideologischer „Gastfreundschaft“ abhängen. Kritiker nennen das nicht ganz zu Unrecht eine Mischung aus Kulturkampf und Wissenschaftspolitik à la Reality-TV.
Besonders pikant: Die Unis sollten bei der Studienzulassung auf Kriterien wie Ethnie und Geschlecht verzichten – also de facto Diversitätsprogramme einstampfen, um mehr Platz für eine „werteorientierte“ (lies: rechtskonservative) Ausbildung zu schaffen. Offenbar soll der Elfenbeinturm künftig patriotisch gefärbt sein.
🧬 Forschung auf Parteibasis? Lieber nicht.
Das MIT machte nun als erste Hochschule klar, dass es sich nicht zur ideologischen Zweigstelle eines Washingtoner Parteibüros machen lässt. Man stehe für eine Förderung von Wissenschaft auf Basis wissenschaftlicher Meriten – und nicht auf Grundlage von Parteibuch oder Fox-News-Kompatibilität.
Ein Akt von Rückgrat in Zeiten, in denen viele Institutionen vor dem klingelnden Geldbeutel einknicken. Ob andere Unis diesem Vorbild folgen – oder lieber brav ihre Diversity-Programme in eine patriotische PR-Broschüre umetikettieren – wird sich zeigen.
🧠 Fazit:
Wenn Universitäten zu Gesinnungszentren umgebaut werden sollen, ist es gut zu wissen, dass manche von ihnen den Schraubenschlüssel verweigern. Das MIT bleibt lieber Wissenschaftstempel als Wahlkampfbühne.
Und was das Angebot aus Washington betrifft:
Lieber ein bisschen weniger Geld – als ein bisschen zu viel Trump.
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