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Minnesotas „Pendler“: Ziviler Widerstand gegen ICE nimmt zu

AbsolutVision (CC0), Pixabay
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Nach den tödlichen Schüssen auf Renee Good und Alex Pretti durch Bundesbeamte in Minneapolis wächst der zivile Widerstand gegen die US-Einwanderungsbehörde ICE. Ein loses Netzwerk freiwilliger Aktivist:innen, die sich selbst „Pendler“ („commuters“) nennen, dokumentiert, beobachtet und stört aktiv Einsätze der Behörde.

Ausgerüstet mit Handys, Pfeifen und viel Zeit verfolgen die „Pendler“ in Minneapolis mutmaßliche ICE-Fahrzeuge, warnen Anwohner:innen vor geplanten Razzien und versuchen, Festnahmen zu verhindern. Sie koordinieren sich über die verschlüsselte App Signal, nutzen Pseudonyme und geben Hinweise zu verdächtigen Fahrzeugen. Ihr Ziel: Überwachung von ICE – und Schutz der Betroffenen.

Die Bewegung ist rasant gewachsen. Tausende haben sich inzwischen entsprechenden Signal-Gruppen angeschlossen. Manche liefern Lebensmittel an Haushalte ohne Papiere, andere begleiten Kinder zur Schule oder dokumentieren Abschiebeflüge am Flughafen Minneapolis-Saint Paul – trotz steigender Geheimhaltung durch Behörden.

Der Aktivismus ist nicht ohne Risiko. Viele „Pendler:innen“ wurden bereits festgenommen oder eingeschüchtert. Die Aktivistin Patty O’Keefe berichtet etwa, wie Beamte ihre Scheibe einschlugen und sie mit Pfefferspray attackierten. Andere erzählen von ICE-Beamten in zivil, die sich in Gruppen einschleusten oder ihre Fahrzeuge mit linken Symbolen tarnten, um unerkannt zu bleiben.

Trotzdem wächst der Widerstand. Der ICE-Chef wurde aus Minneapolis abgezogen, neue Einsatzrichtlinien fordern Deeskalation. Für die Aktivist:innen ist das ein Teilerfolg – doch die harte Linie gegenüber Migrant:innen bleibt bestehen.

Ein „Pendler“ bringt es gegenüber The New Republic auf den Punkt: „Ich will nichts verharmlosen, aber sie können uns nicht alle erschießen.“

Besonders viel Aufsehen erregte zuletzt der Fall eines fünfjährigen Jungen, der nach öffentlichem Druck aus der Haft entlassen wurde. Er war mit seinem Vater bei einer Razzia festgenommen worden. Beide sind nun wieder in Minnesota – für viele ein Symbol, warum das „Pendeln“ nötig bleibt.

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