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Milchbauern schlagen Alarm: Droht ein Preisrutsch mit Milliardenverlusten?

Bru-nO (CC0), Pixabay
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Die deutsche Milchbranche steht vor einer möglichen Krise historischen Ausmaßes. Nach Einschätzung des Bundesverbands Deutscher Milchviehhalter (BDM) könnten die Milchpreise in den kommenden Monaten dramatisch einbrechen – mit verheerenden Folgen für tausende landwirtschaftliche Betriebe im Land.

Milchpreis unter Druck

„Aus Molkereikreisen ist zu hören, dass möglicherweise Milchpreissenkungen von minus 15 Cent pro Kilogramm Milch drohen“, warnte BDM-Chef Karsten Hansen. Für die Bauern würde das ein Minus von rund fünf Milliarden Euro bedeuten – eine Summe, die viele Betriebe schlicht nicht verkraften können.

Der aktuelle Auszahlungspreis für Milch bewegt sich – je nach Region – zwischen 40 und 50 Cent pro Kilogramm. Ein Rückgang um 15 Cent würde die Erlöse der Landwirte somit um rund ein Drittel einbrechen lassen. „Das wäre ein ökonomischer Schock, der viele Familienbetriebe in den Ruin treiben könnte“, betont Hansen.

Folgen für die Landwirtschaft

Die Milchviehhalter weisen darauf hin, dass ihre Produktionskosten in den letzten Jahren stark gestiegen sind: Futter, Energie, Arbeitskräfte und Investitionen in Tierwohl oder Umweltschutz belasten die Betriebe zusätzlich. Viele Höfe arbeiten schon heute mit sehr geringen Gewinnmargen.

Ein Preisrutsch in der genannten Größenordnung hätte daher gravierende Konsequenzen:

  • Hofsterben: Zahlreiche kleinere und mittlere Betriebe könnten ihre Produktion einstellen.

  • Strukturwandel: Größere Agrarkonzerne würden profitieren, die Vielfalt bäuerlicher Familienbetriebe ginge verloren.

  • Regionale Versorgung: Ländliche Räume wären besonders betroffen, wenn Milchviehhaltung als zentrale Einkommensquelle wegbricht.

Vorwürfe an die Politik

Der BDM wirft der Bundesregierung Untätigkeit vor. „Wir erleben, dass die Politik die drohende Vernichtung bäuerlicher Existenzen billigend in Kauf nimmt“, so Hansen. Notwendig seien jetzt marktpolitische Maßnahmen, die Preisschwankungen abfedern, sowie eine langfristige Strategie, die den Betrieben Planungssicherheit gibt.

Die Bauernverbände fordern seit Jahren Instrumente zur Marktstabilisierung. Dazu zählen flexible Mengensteuerungen, faire Handelsbeziehungen mit dem Lebensmitteleinzelhandel und eine Stärkung der Erzeugergemeinschaften.

Verbraucher könnten auch betroffen sein

Auch für Verbraucher hätte ein Preisverfall nicht nur positive Effekte. Zwar könnten die Preise im Supermarkt kurzfristig sinken, doch langfristig drohen Engpässe und Abhängigkeit von Importen, wenn in Deutschland immer mehr Milchbetriebe aufgeben müssen. „Billige Milch jetzt – leere Regale morgen“, warnen Landwirte.

Ein Blick nach vorn

Der BDM kündigte an, den Druck auf die Politik zu erhöhen. Demonstrationen und Protestaktionen sind nicht ausgeschlossen. Gleichzeitig wollen die Milchbauern das Gespräch mit Molkereien und Handel suchen, um einen fairen Ausgleich zwischen Marktkräften und bäuerlichen Existenzen zu erreichen.

„Es geht nicht nur um Zahlen“, betonte Hansen. „Es geht um Menschen, Familien, Traditionen und die Zukunft der ländlichen Räume in Deutschland.“

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