Der US-Softwaregigant Microsoft hat nach eigener Darstellung „überraschend“ festgestellt, dass seine Cloud- und KI-Dienste von einer Einheit des israelischen Verteidigungsministeriums für Überwachung im Gazastreifen und Westjordanland genutzt wurden. Nach einer internen Untersuchung – die offenbar erst nötig war, nachdem The Guardian im August darauf hingewiesen hatte – zog das Unternehmen nun die Reißleine.
„Wir liefern keine Technologie, um die Massenüberwachung von Zivilisten zu ermöglichen“, erklärte Microsoft-Präsident Brad Smith in einem Blogbeitrag. Schön, dass man das nach Jahrzehnten im Tech-Geschäft auch mal offiziell festhält.
Die Untersuchung brachte ans Licht, dass Azure-Server in den Niederlanden sowie KI-Dienste tatsächlich vom israelischen Militär genutzt wurden. Ob Microsoft überrascht war, dass seine Cloud nicht nur für Katzenbilder und Excel-Dateien, sondern auch für Geheimdienste interessant ist, bleibt unklar.
Eine Stellungnahme Israels lag zunächst nicht vor – vermutlich arbeitet man noch an einer Antwort in der Cloud.
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