Der mexikanische Senat hat ein neues Zollpaket verabschiedet, das über 1.400 Produkte betrifft – viele davon stammen aus China. Die Maßnahme soll laut Präsidentin Claudia Sheinbaum die heimische Industrie stärken und tritt am 1. Januar 2026 in Kraft.
Die neuen Einfuhrzölle von bis zu 50 % gelten für eine breite Palette von Waren, darunter Metalle, Autos, Kleidung und Haushaltsgeräte. Betroffen sind Dutzende Länder, mit denen Mexiko kein Freihandelsabkommen unterhält – darunter Thailand, Indien und Indonesien.
Die Entscheidung fällt mitten in den laufenden Verhandlungen mit den USA, nachdem US-Präsident Donald Trump angedroht hat, seinerseits hohe Importzölle auf mexikanische Waren zu erheben.
China kritisiert Entscheidung scharf
Ein Sprecher des chinesischen Handelsministeriums erklärte am Donnerstag, die Zölle würden „die Interessen von Handelspartnern wie China erheblich schädigen“. Man prüfe derzeit Mexikos Handelspolitik und forderte die Regierung auf, die Entscheidung zu „korrigieren“.
Gleichzeitig kündigte Peking an, die wirtschaftlichen Beziehungen zu Lateinamerika und der Karibik vertiefen zu wollen – insbesondere in den Bereichen Handel und Innovation.
China auf dem Vormarsch in Mexiko – USA alarmiert
Chinesische Unternehmen, vor allem Automobilhersteller wie BYD und MG, haben ihre Präsenz in Mexiko in den vergangenen Jahren massiv ausgebaut. In Washington wird das zunehmend mit Sorge betrachtet: Die US-Regierung vermutet, dass Peking Mexiko als Umgehungsweg für US-Zölle nutzen könnte.
Die BBC hat die Botschaften Thailands, Indiens und Indonesiens in Mexiko um Stellungnahmen gebeten, bislang aber keine Antworten erhalten.
Mexiko unter Druck aus Washington
Präsidentin Sheinbaum verhandelt aktuell mit der Trump-Regierung, um neue Strafzölle auf mexikanische Produkte abzuwehren – darunter 50 % auf Stahl und Aluminium. Trump hat außerdem weitere Strafzölle angekündigt, unter anderem:
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25 % Strafzoll, um Mexiko zu Maßnahmen gegen den Schmuggel von Fentanyl in die USA zu zwingen.
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5 % Strafzoll wegen angeblicher Verstöße gegen ein Wasserabkommen aus den 1940er Jahren, das US-Farmern den Zugang zu Wasser aus Nebenflüssen des Rio Grande sichern soll.
„Es ist sehr unfair gegenüber unseren amerikanischen Landwirten, die dieses Wasser dringend brauchen“, schrieb Trump am Montag in sozialen Medien.
Die USA sind Mexikos mit Abstand wichtigster Handelspartner. Der aktuelle Zollstreit könnte die wirtschaftlichen Beziehungen beider Länder erheblich belasten.
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