Klimaforscher beobachten derzeit Anzeichen dafür, dass sich im Laufe des Jahres 2026 ein neues El-Niño-Ereignis entwickeln könnte – möglicherweise sogar ein besonders starkes. Das geht aus einer aktuellen Einschätzung des Climate Prediction Center der US-Wetterbehörde NOAA hervor.
Ein El Niño entsteht, wenn sich die Oberflächentemperaturen im zentralen und östlichen Pazifik stärker als üblich erwärmen. Dieses natürliche Klimaphänomen beeinflusst das Wetter weltweit und kann Hitze, Dürren oder starke Regenfälle auslösen.
Wahrscheinlichkeit bei über 60 Prozent
Nach aktuellen Prognosen liegt die Wahrscheinlichkeit, dass sich im Spätsommer 2026 ein El Niño entwickelt, derzeit bei etwa 62 Prozent. Laut NOAA könnte das Klimaphänomen anschließend bis mindestens Ende 2026 anhalten.
Zugleich hat die Behörde offiziell einen „El-Niño-Watch“ ausgerufen – eine Art Frühwarnstufe für mögliche Entwicklungen.
Ein Grund für die Prognose sind ungewöhnlich warme Wassermassen unter der Meeresoberfläche sowie eine erwartete Abschwächung der Passatwinde.
Möglichkeit eines starken Ereignisses
Wie stark der kommende El Niño ausfallen könnte, ist noch unklar. Laut Prognose besteht derzeit eine Chance von etwa einem Drittel, dass sich zwischen Oktober und Dezember 2026 ein starkes El-Niño-Ereignis entwickelt.
Einige Klimaforscher halten sogar ein besonders intensives Ereignis für möglich. In Medien werden solche Szenarien teilweise als „Super-El-Niño“ oder „Godzilla-El-Niño“ bezeichnet – offizielle wissenschaftliche Begriffe sind das allerdings nicht.
Einfluss auf globale Temperaturen
El-Niño-Phasen gehen häufig mit sehr warmen globalen Durchschnittstemperaturen einher. So fiel auch das weltweit rekordwarme Jahr 2024 in eine El-Niño-Periode.
Sollte sich das Phänomen wie erwartet entwickeln, könnte es laut Klimaforschern:
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die globalen Temperaturen 2026 weiter erhöhen
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und 2027 möglicherweise zum heißesten Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen machen
Auswirkungen auf Wetter und Hurrikans
El Niño beeinflusst zahlreiche Wetterphänomene weltweit. Dazu zählen:
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stärkere Hitzewellen
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Dürreperioden in einigen Regionen
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Überschwemmungen in anderen Teilen der Welt
Auch die Hurrikan-Saison kann davon betroffen sein. Typischerweise führt El Niño im Atlantik zu stärkeren Höhenwinden, die die Bildung von Hurrikans erschweren. Dadurch entstehen dort meist weniger tropische Stürme.
Im östlichen Pazifik ist dagegen häufig mehr Hurrikanaktivität zu beobachten.
Teil eines natürlichen Klimazyklus
El Niño ist Teil eines natürlichen Klimasystems, das als ENSO-Zyklus (El Niño – Southern Oscillation) bekannt ist. Dieser wechselt zwischen zwei Phasen:
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El Niño – wärmeres Wasser im tropischen Pazifik
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La Niña – kühleres Wasser in derselben Region
Derzeit schwächt sich das aktuelle La-Niña-Ereignis ab, was den Weg für eine mögliche El-Niño-Phase im Laufe des Jahres frei machen könnte.
Experten betonen jedoch, dass Prognosen zu dieser Jahreszeit noch mit Unsicherheiten behaftet sind und sich die Entwicklung in den kommenden Monaten weiter verändern kann.
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