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Meta unter Druck: Sexhandels-Inhalte auf Instagram – Ex-Mitarbeiterin erhebt schwere Vorwürfe

Artapixel (CC0), Pixabay
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In den USA sorgt ein laufender Prozess gegen Meta, den Mutterkonzern von Facebook, Instagram und WhatsApp, für Aufsehen. Ein ehemaliger Meta-Sicherheitsmitarbeiter erhebt schwere Vorwürfe: Das Unternehmen habe Accounts mit menschenverachtendem Inhalt – insbesondere im Zusammenhang mit Sexhandel – nicht ausreichend schnell gesperrt. Stattdessen habe es intern eine „17-Verstöße-Regel“ gegeben.

„17 Schläge, dann fliegst du“ – eine fragwürdige Richtlinie

Laut Aussage von Vaishnavi Jayakumar, ehemals Leiterin für Sicherheit und Wohlbefinden bei Instagram, konnten Accounts bis zu 16 Mal gegen die Regeln für sexuelle Ausbeutung verstoßen, bevor sie deaktiviert wurden. Erst beim 17. Verstoß sei ein Konto gesperrt worden.

„In der gesamten Branche ist das ein extrem hoher Toleranzwert“, sagte Jayakumar laut Gerichtsakten.
Die Öffentlichkeit, Eltern und Schulen seien über diese Praxis nie informiert worden.

Meta gab gegenüber USA TODAY an, dass man mittlerweile eine Null-Toleranz-Politik verfolge: Schon ein einziger Verstoß gegen die schwersten Regeln führe heute zur sofortigen Löschung eines Kontos.

2020: Kein Meldeknopf für Kindesmissbrauch?

Jayakumar sagte außerdem aus, dass es im März 2020 keine Möglichkeit auf Instagram gab, Kindesmissbrauchsmaterial (CSAM) zu melden – obwohl dies technisch schnell umsetzbar gewesen wäre. Andere Verstöße, wie z. B. Spam oder Verstöße gegen das Urheberrecht, konnten da längst gemeldet werden.

Erst später habe Meta laut eigener Aussage spezielle Tools entwickelt, etwa Pop-up-Warnhinweise und automatische Meldungen an das US-Zentrum für vermisste und ausgebeutete Kinder (NCMEC).

Parallelen zur Tabakindustrie?

Die Kläger werfen Meta – ebenso wie TikTok und Snapchat – vor, für die mentale Gesundheitskrise unter Jugendlichen mitverantwortlich zu sein. Sie sprechen von einem Geschäftsmodell, das bewusst junge Menschen süchtig mache, um Werbeeinnahmen zu steigern.

„Wie einst Big Tobacco setzt Meta auf maximale Nutzung durch Jugendliche – trotz bekannter Risiken für deren psychische Gesundheit“, sagt Klägeranwalt Previn Warren.

Meta widerspricht den Vorwürfen und bezeichnet die Aussagen als „aus dem Zusammenhang gerissen“. Man habe in den letzten Jahren viel getan, um Jugendliche zu schützen – darunter spezielle Teenager-Accounts und elterliche Kontrollmöglichkeiten.

Fazit: Der Prozess könnte weitreichende Folgen haben – für Meta, aber auch für die gesamte Tech-Branche. Es steht viel auf dem Spiel: Reputation, Verantwortung und die Frage, wie sicher soziale Netzwerke für Jugendliche wirklich sind.

 

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