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Meta fragt: Zahlen, tracken – oder ganz verschwinden?

Artapixel (CC0), Pixabay
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Facebook und Instagram, zwei der größten Datenstaubsauger unserer Zeit, haben nun offiziell die Pay-or-Okay-Ära eingeläutet. Seit dieser Woche bekommen Nutzerinnen und Nutzer beim Öffnen ihrer App die charmante Wahlmöglichkeit serviert: „Willst du zahlen – oder dich weiterhin gratis von uns ausspionieren lassen?“

Das neue Abo-Modell klingt erstmal nach Entscheidungsfreiheit. Für 7,99 Euro im Monat in der App (Browser-Nutzer zahlen 5,99 Euro, Rabatt für Fortgeschrittene), darf man angeblich werbefrei durch den Newsfeed scrollen. Nur: Ganz ohne Werbung ist’s nicht. Und ohne Datensammelei schon gar nicht.

Der „Spiegel“ bringt es auf den Punkt: Auch zahlende Nutzer entkommen Metas Tracking-Tentakeln nicht – sie bekommen nur etwas andere Werbung und dürfen sich einbilden, jetzt mehr Kontrolle über ihr digitales Ich zu haben. Digitaler Ablasshandel für Fortgeschrittene.


⚖️ Rechtlich ein Grenzgang mit Optikproblemen

Laut Technologierechtsprofessor Nikolaus Forgo von der Uni Wien ist das Ganze nichts anderes als eine Reaktion auf juristischen Druck aus der EU. Ob das Modell mit der DSGVO vereinbar ist, sei laut Forgo noch offen – aber sagen wir mal so: Der Geist des Gesetzes wirkt irritiert.


🤷‍♀️ Die „Dritte Option“, die niemand finden soll

Besonders kreativ zeigt sich Meta bei der versteckten „Alternativlösung“: Wer sich durch mehrere Menüs klickt, findet schließlich die Option „weniger stark personalisierte Werbung“. Klingt gut, hat aber einen Haken: Bevor man’s aktiviert, warnt Meta – natürlich freundlich – davor, dass die Werbung dann plötzlich nervig, irrelevant oder übergriffig werden könnte. Auf gut Deutsch: „Wag es ja nicht, uns beim Datensammeln einzuschränken – das wirst du bereuen.“


🗑️ Richtige Datenkontrolle? Nur durch Selbstlöschung

Für alle, die ihre Daten wirklich schützen wollen, bleibt laut „Spiegel“ am Ende nur eine Konsequenz: Profil löschen. Meta belohnt Datenschutz nicht mit Respekt, sondern mit Rausschmiss. Ganz nach dem Motto: Wer nicht tracken lässt, fliegt.


💬 Fazit:

Meta verkauft den Datenschutz als Abo-Modell, bei dem man entweder zahlt, um weiter manipuliert zu werden, oder gratis bleibt, um komplett durchleuchtet zu werden. Und wer auf die dritte, datenschutzfreundlichere Option hofft, darf sich erstmal durch ein digitales Escape Room-Menü klicken.

Datenschutz à la Silicon Valley: Erlaubt ist, was unverständlich, versteckt oder teuer ist.

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