Die CDU feiert, die SPD trauert, und die AfD räumt ab: So lässt sich die Kommunalwahl in Nordrhein-Westfalen zusammenfassen. Kanzler Friedrich Merz (CDU) darf sich offiziell auf die Schulter klopfen – allerdings eher vorsichtig, damit das blaue Auge nicht noch dicker wird.
CDU: Sieg mit Krücken
Mit 33,3 Prozent sackt die CDU zwar leicht ab, bleibt aber stärkste Kraft. Merz nennt das einen Erfolg – Kritiker würden sagen: ein „Sieg auf Krücken“. Die SPD? Immerhin zweitstärkste Kraft mit 22,1 Prozent, was man in der SPD-Zentrale inzwischen wohl schon als moralischen Champions-League-Platz feiert.
AfD: Vom Hinterhof ins Rampenlicht
Der eigentliche Wahlsieger heißt AfD: 14,5 Prozent – fast eine Verdreifachung. Damit zieht die Partei an den Grünen vorbei, die mit 13,5 Prozent abstürzen. In Städten wie Gelsenkirchen und Duisburg schaffte es die AfD sogar in die Stichwahl ums Oberbürgermeisteramt. Wer hätte gedacht, dass sich ausgerechnet im Ruhrgebiet neue „Volksparteien“ bilden – nur halt in Blau statt in Rot.
FDP und Linke: Politik im Zwergenformat
Die FDP taumelt mit 3,7 Prozent Richtung Bedeutungslosigkeit, während die Linke immerhin auf 5,6 Prozent klettert. Man könnte sagen: die einen schaffen es nicht rein, die anderen nicht raus aus der Nische.
Große Koalition, kleine Erklärungen
Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) zeigte sich „besorgt“, Merz nennt das Ergebnis einen „Beweis der Stabilität“ (wohl im selben Tonfall, in dem Ärzte ihren Patienten nach einem Sturz versichern, dass „nur“ der Arm gebrochen ist). SPD-Chefin Bärbel Bas sprach von keinem Desaster – und genau das ist ja das Problem: In der SPD gilt schon, was nicht katastrophal ist, als halber Erfolg.
Fazit
Merz hat den Stimmungstest „bestanden“. Aber wenn das ein „Bestehen“ ist, möchte man nicht sehen, wie ein „Durchfallen“ aussieht.
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