Es ist mal wieder soweit: Umwelt- und Klimaschützer schlagen Alarm, die Wirtschaft scharrt mit den Hufen — und die Politik duckt sich in gewohnter Manier weg. Mit einem offenen Brief appellieren Global 2000, Greenpeace, Fridays for Future, die Allianz für Klimagerechtigkeit und ATTAC an die Regierung, dem seit Jahrzehnten dahinvegetierenden EU-Mercosur-Abkommen endlich eine klare Absage zu erteilen.
Gift für Umwelt, Klima und Gesundheit — aber Hauptsache Absatzmärkte
Die NGOs sprechen Klartext: Pestizide, billiges Fleisch aus Massentierhaltung, noch mehr Verbrenner — all das würde das Abkommen fördern. Biodiversität, Klima, Landwirtschaft und Gesundheit blieben dabei auf der Strecke. Aber wozu Klimaziele, wenn es doch ein paar neue Exportmärkte für ohnehin schon gut verdienende Konzerne gäbe?
Wirtschaft: Wachstum!
NGOs: Planet!
Politik: Ach, mal sehen…
Die Industriellenvereinigung wittert derweil in bester Rezessions-Rhetorik „dringend benötigte Absatzmärkte“ — als könne man sich aus der Klimakrise einfach heraus exportieren. 25 Jahre hat man sich durch zähe Verhandlungen gequält, doch jetzt bremst Frankreich. Und Österreich? Spielt wieder das große „Ja, aber vielleicht doch irgendwann“-Spiel.
Nationalratsbeschluss? Ach ja, da war ja was…
Schon 2019 hat der Nationalrat eigentlich klargestellt: Ein Veto gegen Mercosur sei Pflicht. Aber politische Prinzipien geraten offenbar schnell in Vergessenheit, wenn Lobbyisten wieder das Märchen vom unbegrenzten Wachstum erzählen.
Fazit:
Während sich die einen noch mit offenen Briefen abmühen, hoffen die anderen weiterhin auf eine goldene Handels-Zukunft, in der der Klimawandel offenbar von selbst verschwindet, sobald die Exportstatistik stimmt.
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