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Gestern Nachmittag nahmen etwa 300.000 Menschen an einer Gay-Pride-Parade im Herzen von Mailand teil. Die Teilnehmer setzten sich bei ihrem Marsch durch die Innenstadt der norditalienischen Wirtschaftsmetropole für gleiche Rechte von LGBT-Personen ein, darunter Schwule, Lesben, Bi- und Transsexuelle. Während des Marsches wurden Parolen gegen die rechtsgerichtete Regierung unter Premierministerin Giorgia Meloni skandiert.

Bei sommerlichen Temperaturen schwenkten die Menschen Regenbogenfahnen und tanzten zu Partymusik auf den Festwagen und entlang der Straßen. Die Regierung von Premierministerin Meloni, die seit Oktober im Amt ist, hat den Bürgermeistern angeordnet, die Registrierung von Kindern gleichgeschlechtlicher Eltern zu stoppen.

Ihre Regierungskoalition hat einen Gesetzesentwurf vorgelegt, der insbesondere homosexuelle Paare ins Visier nimmt und darauf abzielt, Paare strafrechtlich zu verfolgen, die ins Ausland gehen, um ein Kind durch eine Leihmutter zu bekommen. Meloni sieht sich selbst als eine Kämpferin gegen die „LGBT-Lobby“.

In Italien ist Leihmutterschaft illegal und wird mit Gefängnisstrafen von drei Monaten bis zu zwei Jahren und Geldstrafen von 600.000 Euro bis zu einer Million Euro geahndet. Der vorliegende Gesetzesentwurf zur Ausweitung der Strafverfolgung von im Ausland genutzten Leihmüttern ist Teil der gesellschaftlich konservativen Agenda von Meloni, die sich selbst als eine Gegnerin der „Gender-Ideologie“ und der „LGBT-Lobby“ betrachtet.

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