In einer seltenen öffentlichen Ansprache aus dem Weißen Haus hat First Lady Melania Trump am Freitag erklärt, dass Russland zugestimmt habe, ukrainische Kinder zurückzugeben, die als Minderjährige verschleppt wurden und inzwischen volljährig sind. Die Rückführung sei bereits angelaufen – acht Kinder wurden laut Trump in den letzten 24 Stunden mit ihren Familien wiedervereint.
„Das ist ein wichtiges Anliegen für mich – getragen von gemeinsamer Verantwortung und dem Wunsch, etwas Bleibendes zu bewirken“, sagte die Präsidentengattin bei ihrem Auftritt, der große Aufmerksamkeit auf sich zog.
Über 20.000 verschleppte Kinder – Rückführungen laufen an
Laut Angaben der ukrainischen Regierung wurden rund 20.000 Kinder seit Kriegsbeginn nach Russland verschleppt. Unabhängige Berichte wie jene der Yale University sprechen sogar von bis zu 35.000 betroffenen Minderjährigen. In vielen Fällen sollen die Kinder in Umerziehungslagern untergebracht worden sein – mit dem Ziel der „Russifizierung“ oder späteren Adoption durch russische Familien.
Melania Trump kündigte nun an, dass russische Behörden die Rückkehr volljährig gewordener Jugendlicher gestatten – ein erster, wenn auch kleiner Schritt. „Pläne für weitere Familienzusammenführungen sind bereits in Vorbereitung“, so die First Lady.
Geheime Diplomatie zwischen Trump und Putin?
Ob Trump persönlich mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin verhandelt hat, ließ sie offen. Sie bestätigte jedoch, im August einen Brief an Putin verfasst zu haben, der durch ihren Ehemann übergeben wurde – mutmaßlich beim Gipfeltreffen in Alaska.
„Er antwortete schriftlich und zeigte Bereitschaft zur Zusammenarbeit“, sagte sie. Seitdem bestünden offene Kommunikationskanäle, über die in den letzten drei Monaten mehrfach in „gutem Glauben“ verhandelt worden sei.
Auch Kontakt zu Olena Selenska
Melania Trump betonte, auch mit der ukrainischen First Lady Olena Selenska im Austausch zu stehen. Die beiden trafen sich zuletzt im September bei den Vereinten Nationen. Ziel sei es, eine „regelmäßige Rückführung von Kindern bis zur vollständigen Rückgabe aller Betroffenen“ zu ermöglichen.
Internationale Reaktionen
Die Nachricht dürfte auch international Wellen schlagen: Der Internationale Strafgerichtshof (IStGH) hatte bereits 2023 Haftbefehle gegen Wladimir Putin und eine enge Beraterin wegen der unrechtmäßigen Deportation von Kindern erlassen. Russland bestreitet die Vorwürfe vehement und spricht von „Evakuierungsmaßnahmen zum Schutz der Kinder“.
Fazit
Melania Trumps Engagement ist überraschend – nicht nur, weil sie bislang kaum politische Auftritte absolvierte, sondern weil sie sich ein extrem sensibles Thema ausgesucht hat. Ob ihre Initiative langfristig etwas bewirken kann, bleibt abzuwarten, doch der Anfang ist gemacht: Acht Kinder sind wieder zu Hause – ein kleiner Hoffnungsschimmer in einem dunklen Kapitel dieses Krieges.
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