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Meine Meinung: Ist die Energiekonzepte Deutschland GmbH noch zu retten?

geralt (CC0), Pixabay
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Mein Kommentar zur Sanierungsfähigkeit eines angeschlagenen Solaranbieters

Nach dem viel beachteten Artikel von Geschäftsführer Arnold in der Leipziger Volkszeitung, in dem er von einem laufenden Sanierungsprozess bei der Energiekonzepte Deutschland GmbH spricht, stellt sich die Frage: Ist dieses Unternehmen überhaupt noch sanierungsfähig?

Meine klare Antwort: Nein – nicht mit den derzeit handelnden Personen und nicht mit den aufgelaufenen Altlasten. Und ich will auch erklären, warum ich zu diesem Schluss komme.

Die Sanierung beginnt nicht beim Kreditrating – sondern bei der Unternehmensstruktur

Natürlich kann man über die dramatisch verschlechterte Bonitätsbewertung (Creditreform-Index 500) sprechen. Aber das ist letztlich nur das Symptom einer längst bekannten Entwicklung. Die wirklichen Probleme liegen tiefer – sie beginnen bei der strukturellen Ausrichtung, den unternehmerischen Entscheidungen der Vergangenheit und vor allem bei der Qualität der Dienstleistung und dem Umgang mit Kunden.

Große Versprechen, kleine Realität

EKD hat – das zeigen viele Gespräche mit Kunden – gute Beratung geboten. Genau das aber ist Teil des Problems: Die professionelle Beratung hat Erwartungen geweckt, die in der Realität nicht erfüllt werden konnten. Kunden haben sich auf Aussagen verlassen, die später nicht eingehalten wurden – sei es bei Terminen, bei der Qualität der Handwerkerleistungen oder bei der technischen Umsetzung.

Sicher, es gab Zeiten, in denen qualifizierte Handwerker Mangelware waren. Doch Unternehmen zu beauftragen, deren Mitarbeitende weder Deutsch sprachen noch fachlich kompetent waren, ist nicht die Lösung. So verspielt man Vertrauen – dauerhaft.

Die Schatten der Vergangenheit: Umsatzdruck statt Nachhaltigkeit?

Es drängt sich der Eindruck auf, dass frühere Eigentümer das Unternehmen auf schnelles Wachstum ausgerichtet haben – möglicherweise mit dem Ziel, EKD für einen hohen Preis zu veräußern. Der Artikel im Handelsblatt vom 28. Februar 2023 spricht gar von einem potenziellen Unternehmenswert in Milliardenhöhe. Drei Jahre später ist davon nichts mehr übrig. Man muss es so deutlich sagen: EKD ist heute – wirtschaftlich und reputativ – „Ramschware“.

Führungswechsel ohne Führungswirkung

Die mehrfachen Wechsel in der Geschäftsführung haben wenig bewirkt. Kein Geschäftsführer konnte das Kernproblem – Qualitätsmanagement und Kundenmanagement – spürbar lösen. Das aktuelle „Schweigen“ der Kunden liegt wohl weniger an zufriedenen Endverbrauchern, sondern eher am schlechten Wetter und einem spürbaren Einbruch beim Absatz von Solaranlagen in der gesamten Branche.

10.000 Beschwerden – abarbeitbar?

Nach unseren Informationen gibt es bis zu 10.000 offene Kundenbeschwerden – ob berechtigt oder nicht, sei dahingestellt. Allein die schiere Zahl stellt die Frage: Ist diese Menge überhaupt abarbeitbar? Das Image des Unternehmens hat nicht nur Kratzer – es weist tiefe strukturelle Risse auf, die kaum mehr zu kitten sind.

Zwei Wege, ein Ziel

Aus meiner Sicht bleiben nur zwei realistische Optionen:

  1. Echtes Umdenken im Unternehmen:
    • Neue, kundenorientierte Strukturen schaffen
    • Kompetentes Personal für Kundenservice und Qualitätssicherung einstellen
    • Fehlerkultur zulassen und offen kommunizieren
  2. Konsequenter Neustart:
    • Eigeninsolvenz, um Altlasten abzuschütteln
    • Neugründung mit klarem Bekenntnis zu besserer Qualität und Kundenorientierung
    • Offenlegen, was man aus den Fehlern gelernt hat

Wer finanziert die Zukunft?

Die entscheidende Frage ist: Woher sollen die finanziellen Mittel kommen, um EKD in dieser Form weiterzuführen? Kreditgeber sind vorsichtig geworden. Handwerker verlangen Vorkasse. Factoring-Partner wie S Factoring GmbH könnten sich zurückziehen – insbesondere nach dem schlechten Creditreform-Rating.

Fazit: Wollen ist nicht können – und nicht dürfen

Wir kennen die internen Pläne des Unternehmens nicht. Unsere Angebote zur Unterstützung wurden mehrfach unterbreitet – leider ohne Resonanz. Dabei haben wir die aktuelle Entwicklung früh vorhergesehen und regelmäßig mit kritischen Artikeln auf Missstände hingewiesen – in der Hoffnung, einen Wandel anzustoßen.

Diese Hoffnung bleibt – aber die Zeit wird knapp.

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My Opinion: Can Energiekonzepte Deutschland GmbH Still Be Rescued?

A critical view on the viability of a troubled solar company

Following the recent article in the Leipziger Volkszeitung, in which current managing director Mr. Arnold refers to an ongoing “restructuring process” at Energiekonzepte Deutschland GmbH (EKD), one question inevitably arises:

Is the company actually capable of being restructured?

My clear answer is: No – not with the current leadership and not under the weight of its accumulated problems. Let me explain why.

Credit ratings are the symptom, not the cause

Yes, the dramatically downgraded credit rating from Creditreform (Index 500) is alarming. But this is just the result of a much deeper issue. The real problems lie in the company’s structure, past decisions, and operational execution – particularly in quality and customer care.

High expectations, unmet promises

To be fair, EKD has often been praised for its competent and convincing sales consultations. But therein lies the trap: the quality of those consultations raised customer expectations that were later not fulfilled.

Yes, there was a time when skilled tradespeople were hard to come by. But sending teams to customer homes who neither spoke German nor had basic knowledge of solar installation practices is not acceptable – especially not for a company that aims for long-term trust and growth.

Growth at all costs?

There is reason to believe that former owners focused primarily on rapid revenue growth, potentially with the goal of selling the company at a high profit. This assumption is supported by an article in Handelsblatt dated February 28, 2023, which referred to EKD being worth up to a billion euros.

Fast forward three years: EKD’s perceived market value has plummeted. To put it bluntly: The company has gone from “hot property” to “distressed asset.”

Management shake-ups with no real impact

Over the past few years, EKD has changed managing directors multiple times, yet none of the new leaders managed to solve the fundamental problems in quality management and customer service.

The recent decline in complaints may have less to do with actual improvement and more to do with bad weather and a massive slump in solar sales industry-wide.

10,000 unresolved customer complaints?

According to internal reports, there may be as many as 10,000 unresolved customer complaints. Whether all are justified or not is beside the point – the sheer volume raises serious doubts about whether this backlog can be cleared at all.

The company’s reputation is not just dented – it’s fractured. And in my view, these fractures are beyond cosmetic repair.

Two paths forward

In my opinion, EKD has only two realistic options:

1. A serious internal overhaul:

  • Invest in experienced customer service and quality control professionals

  • Restructure processes from the ground up

  • Communicate openly and transparently with stakeholders

2. A clean restart:

  • File for self-administered insolvency to release old liabilities

  • Relaunch under a new legal entity with new leadership

  • Proactively show what lessons were learned and how things will be different

Who will fund the future?

One critical question remains: Where will the funds come from to continue operations?
Credit insurers are backing away, subcontractors demand prepayment, and factoring partners like S Factoring GmbH are reportedly reconsidering their support – especially after the latest Creditreform rating downgrade.

Conclusion: Good intentions are not enough

We are not privy to the internal strategies of the company. However, we have offered support repeatedly – unfortunately without response.

The current crisis was foreseeable, and we’ve tried to raise the alarm in the past – always with the hope of encouraging improvement.

That offer of support still stands. But time is running out.

 

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