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Mehr Gold

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Der anhaltende Anstieg des Goldpreises sorgt weltweit für eine deutliche Ausweitung der Förderaktivitäten. Nach einem neuen Rekordwert am Montag, als der Preis für eine Feinunze Gold auf 5.111 US-Dollar stieg, blieb die Notierung am Dienstag weiterhin stabil über der Marke von 5.000 US-Dollar. Ein Ende des Aufwärtstrends ist laut Analysten derzeit nicht absehbar.

Infolge dieser Entwicklung intensivieren Bergbauunternehmen ihre Bemühungen, neue Lagerstätten zu erschließen und bereits stillgelegte Minen wieder in Betrieb zu nehmen. Laut einem Bericht des Wall Street Journal (WSJ) vom Dienstag wurden allein im Jahr 2025 rund 16,5 Milliarden US-Dollar in die Exploration von Gold investiert – ein Anstieg von elf Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Alte Minen werden wieder erschlossen

Ein zentraler Trend ist die Reaktivierung historischer Bergwerke. So nahm das südafrikanische Unternehmen Qala Shallows im Oktober 2025 die erste neue unterirdische Goldmine des Landes seit 15 Jahren in Betrieb. In der Region nahe Johannesburg hatten zuvor viele Jahre informelle Goldsucher nach dem Edelmetall gegraben.

Auch internationale Konzerne weiten ihre Aktivitäten aus: Der weltgrößte Goldproduzent Newmont startete im Oktober die kommerzielle Förderung in der neu erschlossenen Ahafo-Nord-Mine in Ghana. Barrick, das zweitgrößte Unternehmen der Branche, plant laut WSJ in diesem Jahr den Ausbau seiner Fourmile-Mine im US-Bundesstaat Nevada.

In Australien wurde Ende 2025 eine historische Mine reaktiviert: Die Great Fingall Mine, die bereits 1918 stillgelegt wurde, nahm nach über 100 Jahren den Betrieb wieder auf. Dank moderner Fördertechnologie gilt die Anlage heute erneut als wirtschaftlich rentabel.

Südafrika erlebt Wiederbelebung der Branche

Besonders in Südafrika verleiht der Goldboom der angeschlagenen Bergbaubranche neuen Auftrieb. Das Land, das über Jahrzehnte hinweg führend in der globalen Goldproduktion war, ist seit 2007 von Platz eins auf Platz zwölf zurückgefallen. Gründe hierfür waren unter anderem ein Mangel an Investoren, hohe Betriebskosten, niedriger Automatisierungsgrad sowie arbeitsintensive und teils risikoreiche Fördermethoden.

Nun setzen auch hier Unternehmen auf neue Technologien und flachere Minenstrukturen. So baut Harmony Gold, Südafrikas größter Goldproduzent, die tiefste Goldmine der Welt – Mponeng – weiter aus. Die geplante Erweiterung soll die Lebensdauer des Bergwerks um 20 Jahre verlängern. Auch Sibanye-Stillwater prüft, ob die stillgelegte Mine Burnstone wieder aktiviert werden kann.

Ursachen des Preisanstiegs

Die jüngste Goldpreisrally wird durch eine Kombination aus geopolitischen Spannungen und geldpolitischen Faktoren getrieben. Insbesondere die Verschärfung der Lage zwischen den USA und der NATO im Zusammenhang mit dem Streit um Grönland führte zuletzt zu einer erhöhten Nachfrage nach dem Edelmetall, das als sicherer Hafen gilt.

Bereits im Jahr 2025 war der Goldpreis um rund 64 Prozent gestiegen. Treiber waren unter anderem eine lockere Geldpolitik in den USA, gestiegene Nachfrage von Zentralbanken sowie Rekordzuflüsse in börsengehandelte Goldfonds (ETFs). China setzte seine Goldkäufe auch im Dezember fort – zum 14. Mal in Folge.

Angesichts der aktuellen Entwicklungen halten Analysten es für möglich, dass der Goldpreis im Laufe des Jahres 2026 die Marke von 6.000 US-Dollar überschreiten könnte.

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