Die US-Staatsanwältin Maurene Comey, Tochter des früheren FBI-Direktors James Comey und zentrale Figur in der Anklage gegen den verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein, wurde laut US-Medienberichten überraschend aus dem Southern District of New York (SDNY) entlassen.
Die Gründe für ihre Entlassung wurden zunächst nicht offiziell bekannt gegeben. Insider berichten jedoch gegenüber CNN, dass ihre familiäre Verbindung zu James Comey – einem scharfen Kritiker von Präsident Donald Trump – in der aktuellen politischen Lage als „nicht tragbar“ angesehen werde. James Comey selbst steht derzeit unter Untersuchung wegen angeblich falscher Aussagen vor dem Kongress und war kürzlich ins Visier des Secret Service geraten, nachdem er ein kryptisches Strandfoto auf Social Media gepostet hatte.
Zentrale Rolle im Epstein- und Combs-Verfahren
Maurene Comey war federführend in der strafrechtlichen Verfolgung von Jeffrey Epstein sowie dessen Komplizin Ghislaine Maxwell, die zu 20 Jahren Haft verurteilt wurde. Zuletzt war sie auch an den Ermittlungen gegen Musikproduzent Sean „Diddy“ Combs beteiligt, dem unter anderem Menschenhandel vorgeworfen wird.
Die Entlassung der erfahrenen Juristin kommt zu einem Zeitpunkt wachsender öffentlicher und politischer Forderungen nach Transparenz in der Epstein-Affäre. Die Trump-Regierung hatte kürzlich bekannt gegeben, keine weiteren Unterlagen zur Causa veröffentlichen zu wollen – unter Berufung auf eine interne Untersuchung des Justizministeriums, wonach es keine sogenannte „Kundenliste“ Epsteins gebe.
Politische Brisanz nimmt zu
Maurene Comeys Entlassung reiht sich ein in eine Reihe von Personalentscheidungen, die Beobachter als politisch motiviert einstufen. So trat bereits im Frühjahr die damalige kommissarische US-Staatsanwältin Danielle Sassoon zurück, nachdem sie sich geweigert hatte, ein Verfahren gegen New Yorks Bürgermeister Eric Adams fallenzulassen.
Präsident Trump selbst kommentierte die jüngsten Epstein-Debatten in gewohnt drastischer Manier: Auf Social Media bezeichnete er das öffentliche Interesse am Fall als „Bullshit“ und unterstellte, die Ermittlungen seien ein Produkt der „Comeys, Obamas und Bidens“.
Ob gegen Maurene Comeys Entlassung rechtlich vorgegangen wird, ist bislang unklar. Das Büro der Staatsanwaltschaft sowie das Weiße Haus lehnten eine Stellungnahme ab.
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