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Massenentlassungen bei der National Park Service: Ranger aus Iowa unter den Betroffenen

MIH83 (CC0), Pixabay
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Rund 1.000 Mitarbeiter des National Park Service (NPS) wurden am vergangenen Freitag im Rahmen der massenhaften Entlassungen durch die Trump-Regierung entlassen. Eine offizielle Bestätigung der NPS steht noch aus, jedoch berichten zahlreiche betroffene Mitarbeiter über den plötzlichen Verlust ihrer Stellen.

Einer von ihnen ist Brian Gibbs, ein Parkranger aus Effigy Mounds National Monument in Iowa. Sein emotionaler Facebook-Post über die unerwartete Kündigung erhielt über 73.000 Reaktionen, 11.000 Kommentare und 180.000 Teilungen.

„Mein ganzes Leben bestand darin, die grüne und graue Uniform zu tragen. Das war meine Identität,“ sagte der 41-Jährige in einem Interview. „Ich kann kaum glauben, dass das wirklich passiert.“

Die Entlassungen betreffen etwa 5 % der NPS-Belegschaft, die insgesamt mehr als 20.000 Mitarbeiter umfasst. Gleichzeitig hat die Trump-Regierung die Einstellung von 5.000 Saisonarbeitern genehmigt – trotz eines Einstellungsstopps für den öffentlichen Dienst.

Ungewisse Zukunft für entlassene Ranger

Gibbs und viele seiner Kollegen hatten bereits vor den Entlassungen besorgniserregende E-Mails mit Drohungen über bevorstehende Kürzungen erhalten, aber keine konkreten Informationen über deren Umfang. Am 14. Februar, während seiner Schicht, wurde er plötzlich aus seinem dienstlichen E-Mail-Account ausgesperrt – ein Zeichen, dass er betroffen sein könnte. Erst später erhielt er die offizielle Kündigung.

„Ohne jede Vorwarnung wurde meine Stelle an einem kalten, verschneiten Freitag um 16 Uhr gestrichen,“ schrieb Gibbs in seinem Social-Media-Beitrag.

Obwohl sein Vorgesetzter ihn zuvor für seine hervorragende Leistung gelobt hatte, lautete die offizielle Kündigungsbegründung, dass seine Fähigkeiten nicht mehr den aktuellen Anforderungen der Behörde entsprächen.

Für Gibbs ist dies bereits die zweite Kündigung in fünf Jahren – 2020 verlor er seine Position an der University of Wisconsin-Stevens Point aufgrund von Budgetkürzungen während der COVID-19-Pandemie.

Historische Stätte in Iowa verliert wichtige Mitarbeiter

Gibbs hatte seine Arbeit im Effigy Mounds National Monument, einer historischen Stätte am Mississippi River, als Traumjob angesehen. Das Gebiet ist bekannt für seine 2500 Jahre alten indianischen Begräbnisstätten, die mit 20 indigenen Stämmen in Verbindung stehen.

Er betrachtete sich selbst als „Stimme für die Kultur der indigenen Völker“, die er durch seine Arbeit als Bildungsranger vertreten wollte. Nun hinterlassen die Kürzungen eine erhebliche Lücke in der Besucherbetreuung und im Schutz des Denkmals.

Neben Gibbs wurde mindestens ein weiterer Mitarbeiter von Effigy Mounds entlassen. Durch die drastische Reduzierung des Personals musste das Besucherzentrum bereits vorübergehend geschlossen werden.

„Diese engagierten Mitarbeiter haben ihre Arbeit über Jahre hinweg mit Hingabe gemacht. Nun wird ihnen plötzlich gesagt, dass sie nicht mehr gebraucht werden,“ sagte Gibbs.

Persönliche und finanzielle Auswirkungen

Die Kündigung bringt für Gibbs und seine Familie erhebliche Unsicherheiten mit sich. Seine Ehefrau erwartet im Juni ihr zweites Kind, und der Verlust des Arbeitsplatzes bedeutet auch den Verlust seiner Krankenversicherung.

„Ich weiß nicht, wie es weitergeht. Wir mussten schon einmal während der Pandemie umziehen – das war traumatisch, aber wir haben es überstanden. Jetzt müssen wir vielleicht wieder unsere Heimat und unsere Gemeinschaft verlassen,“ sagte er.

Neben seiner Arbeit als Ranger ist Gibbs auch als Naturfotograf und Autor tätig. Auf seiner Website Timberdoodlephotography.com dokumentiert er die Natur und Landschaften des Mittleren Westens.

Die Entlassungen bei der National Park Service sind Teil einer umfassenden Verkleinerung des öffentlichen Dienstes unter Präsident Donald Trump, die von Elon Musks Behörde für Regierungseffizienz (DOGE) vorangetrieben wird. Kritiker warnen, dass der massive Personalabbau zu erheblichen Einschränkungen im Betrieb nationaler Parks führen könnte.

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