Die US-Regierung steht vor einem beispiellosen Aderlass im öffentlichen Dienst: Rund 60.000 Bundesbeamte haben das Angebot von Präsident Donald Trump angenommen, gegen eine Abfindung aus dem Staatsdienst auszuscheiden – und das, obwohl die Rechtmäßigkeit des Programms umstritten ist.
Der sogenannte „Buyout-Plan“ ist Teil der radikalen Umstrukturierung der Verwaltung durch das „Department of Government Efficiency“ (DOGE), das vom umstrittenen Tech-Milliardär Elon Musk geleitet wird. Die Regierung hat Staatsangestellten nur eine Woche Zeit gegeben, sich zwischen zwei unattraktiven Optionen zu entscheiden: Entweder sie nehmen die Abfindung (acht Monate Gehalt plus Sozialleistungen) – oder sie riskieren, per Massenentlassung auf der Straße zu landen.
Während Kritiker von einer „politischen Säuberung“ sprechen, feiert Trump den Schritt als „größte Effizienzmaßnahme der US-Geschichte“. Die Betroffenen selbst sehen das anders: Viele fühlen sich unter Druck gesetzt, einige sprechen von „Erpressung“ – und manche haben trotz Annahme des Deals bereits das Vertrauen in die Regierung endgültig verloren.
„Ich kann ihnen nicht mehr vertrauen“ – Enttäuschte Beamte fliehen aus dem Staatsdienst
Einer der Betroffenen ist Shane Poole, ein ehemaliger Air-Force-Soldat, der nun als ziviler Ausbilder tätig war. Für ihn war der Buyout-Plan ein Schock:
🗨 „Wir werden als Feinde des Staates dargestellt. Als faul, inkompetent, unnütz. Dabei haben wir unser Leben lang diesem Land gedient.“
Er gehörte zu den rund zwei Millionen Staatsangestellten, die vor die Wahl gestellt wurden: Bleiben und riskieren, am Ende mit leeren Händen dazustehen – oder den „goldenen Handschlag“ nehmen. Poole entschied sich für Letzteres.
Auch Tony Yang, ein IT-Spezialist des US-Landwirtschaftsministeriums, hat sich für das Buyout entschieden – obwohl er dadurch auf einen Teil seiner Rente verzichten muss.
🗨 „Ich liebe meinen Job. Aber ich bin müde. Müde davon, jeden Tag mit der Angst zu leben, dass wir als nächstes auf der Streichliste stehen.“
Während einige das Angebot als schnelle Möglichkeit zum Ausstieg betrachten, bleiben andere skeptisch: Eine unbekannte Mitarbeiterin des Gesundheitsministeriums sagt, sie und ihr Mann – beide im Staatsdienst – könnten es sich nicht leisten, den Job aufzugeben.
🗨 „Wir haben Hypotheken, Studienkredite, laufende Rechnungen. Wie sollen wir das alles ohne Einkommen stemmen?“
„Der Brückenbrand ist endgültig“ – Beamte haben genug
Selbst diejenigen, die das Angebot angenommen haben, sehen ihre Zukunft nicht mehr im öffentlichen Dienst. Poole sucht bereits nach neuen Jobs in der Privatwirtschaft – sein Vertrauen in die Regierung ist unwiederbringlich zerstört.
🗨 „Ich kann ihnen nicht mehr vertrauen. Für mich ist die Brücke verbrannt.“
Dieser Vertrauensverlust trifft nicht nur die scheidenden Beamten, sondern könnte langfristige Folgen für die Funktionsfähigkeit der US-Verwaltung haben.
Denn ironischerweise verlassen vor allem die qualifiziertesten und erfahrensten Mitarbeiter den Dienst, während die weniger attraktiven Stellen oft unbesetzt bleiben.
🗨 „Die Regierung treibt genau die Leute aus dem Amt, die sie eigentlich dringend braucht.“
Elon Musk und das „Department of Government Efficiency“ – Reform oder Staatsstreich?
Der Buyout-Plan ist Teil einer aggressiven Kampagne von Elon Musk, um den Verwaltungsapparat „effizienter“ zu machen – oder, wie Kritiker sagen, um ihn zu entkernen.
🚀 DOGE (Department of Government Efficiency) agiert dabei wie ein privates Unternehmen:
- Musk und sein Team haben ungehinderten Zugang zu Behördendaten, darunter Gehaltslisten, Budgetplanungen und Sozialversicherungsnummern.
- Beamte werden entlassen, Institutionen verkleinert oder abgeschafft, teils ohne Zustimmung des Kongresses.
- Ganze Ministerien werden umstrukturiert, um angeblich überflüssige Stellen zu streichen.
Während Trump und Musk die Maßnahmen als „notwendige Modernisierung“ verkaufen, sehen Rechts- und Verwaltungsexperten darin eine gefährliche Aushöhlung der Demokratie.
🗨 „Das ist kein Bürokratieabbau, das ist ein Putsch auf Raten.“ (US-Verfassungsrechtler)
Ein fragwürdiges Angebot – oder eine tickende Zeitbombe?
Ob der Buyout-Plan tatsächlich legal ist, bleibt fraglich: Ein Gericht hat das Programm vorübergehend gestoppt, nachdem Gewerkschaften und Abgeordnete Einspruch eingelegt haben.
Hauptkritikpunkte:
❌ Kurzfristige Entscheidung: Beamte hatten nur eine Woche Zeit, eine existenzielle Entscheidung zu treffen.
❌ Rechtliche Grauzone: Die Trump-Regierung verlangt, dass alle Buyout-Nehmer auf jegliche Klagen verzichten – ein höchst zweifelhafter Schachzug.
❌ Langfristige Folgen: Kritiker befürchten Massenarbeitslosigkeit und wirtschaftliche Unsicherheit, da private Unternehmen nicht genug Jobs für so viele Ex-Beamte bieten könnten.
Doch unabhängig davon, ob das Gericht den Plan endgültig kippt oder nicht – das Vertrauen der Staatsangestellten in ihre Regierung ist bereits irreparabel beschädigt.
🗨 „Selbst wenn ich bleiben könnte – warum sollte ich?“
So bleibt die Frage: Ist der Buyout-Plan ein genialer Coup oder ein gefährlicher Schachzug, der die USA in eine Verwaltungskrise stürzt?
Die Antwort darauf wird sich zeigen – aber für tausende Bundesbeamte ist das Kapitel „Arbeiten für die US-Regierung“ bereits Geschichte.
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