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Massaker an Touristen in Kaschmir erschüttert Indien: Mindestens 26 Tote

NoName_13 (CC0), Pixabay
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Ein verheerender Anschlag hat am Dienstag die friedliche Berglandschaft von Pahalgam im indischen Teil Kaschmirs erschüttert. Bewaffnete Angreifer eröffneten das Feuer auf eine Gruppe von Touristen, wobei mindestens 26 Menschen getötet und zahlreiche weitere verletzt wurden. Es ist der schlimmste Angriff auf Zivilisten in der Region seit Jahren.

Die Attacke ereignete sich in der abgelegenen Baisaran-Talregion, die nur zu Fuß oder mit dem Pferd erreichbar ist. Laut der Polizei waren die meisten Opfer Touristen, darunter auch ein nepalesischer Staatsbürger und eine Person indischer Herkunft, die im Nahen Osten arbeitete.

Überlebende schilderten grausame Szenen: Familien, die sich in Zelten versteckten, wurden gezielt angegriffen. Eine Frau berichtete, ihr Ehemann sei in den Kopf geschossen worden. Eine weitere Überlebende erzählte, wie Angreifer männliche Familienmitglieder beschuldigten, Premierminister Narendra Modi zu unterstützen, bevor sie das Feuer eröffneten.

Einheimische halfen spontan bei der Rettung, indem sie Verwundete auf Pferden und in improvisierten Tragen zu Straßen brachten, wo Krankenwagen sie aufnehmen konnten. „Ich habe Menschen weinen, schreien und blutüberströmt gesehen. Es war traumatisch“, sagte ein lokaler Helfer gegenüber CNN.

Zu dem Anschlag bekannte sich eine kaum bekannte militante Gruppe namens „The Resistance Front“. Diese äußerte auf sozialen Medien Kritik an der angeblichen Ansiedlung von „Außenstehenden“ in der Region. Die Behörden untersuchen derzeit, ob die Gruppe tatsächlich verantwortlich ist.

Der indische Premierminister Modi verurteilte die Tat scharf: „Die Täter dieses abscheulichen Verbrechens werden zur Rechenschaft gezogen – sie werden nicht verschont!“ In der Region kam es zu Protesten gegen den Terror, Demonstranten forderten unter anderem den Rücktritt des Innenministers.

Das schwer gesicherte Kaschmir-Gebiet war schon oft Schauplatz von Gewalt, doch Angriffe auf Touristen sind äußerst selten. Seit Jahrzehnten wird die Region sowohl von Indien als auch von Pakistan beansprucht und ist ein geopolitischer Brennpunkt.

Internationale Reaktionen ließen nicht lange auf sich warten: US-Präsident Donald Trump, Russlands Regierung sowie Politiker aus Frankreich, Italien, Iran und den Vereinigten Arabischen Emiraten verurteilten den Anschlag. Auch US-Vizepräsident JD Vance, der sich mit seiner Familie in Indien aufhält, äußerte sein Mitgefühl.

Während Touristen nun in Eile versuchen, das Gebiet zu verlassen, laufen großangelegte Suchaktionen der indischen Armee nach den Tätern. Derweil wächst die Sorge vor wachsender Islamfeindlichkeit und Generalverdacht gegenüber der muslimischen Bevölkerung Kaschmirs.

Die Region Pahalgam liegt auf der Route der jährlichen Amarnath-Wallfahrt, die in der Vergangenheit wiederholt Ziel militanter Angriffe war. Trotz der Gewalt bleibt Kaschmir ein beliebtes Reiseziel – nun jedoch erschüttert von einem neuen Kapitel der Tragödie.

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