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Margot Robbie sorgt mit „Naked Dress“ für Diskussion – was hinter dem Modetrend steckt

Tumisu (CC0), Pixabay
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Schauspielerin Margot Robbie hat bei der Europapremiere ihres neuen Films A Big Bold Beautiful Journey in London am 11. September für Aufsehen gesorgt. Der Grund: ein rückenfreies, bodenlanges Kleid von Armani Privé, das mit aufwendiger Perlenstickerei verziert war – und gleichzeitig große Teile ihres Rückens und Gesäßes enthüllte. Der Look reiht sich in den kontrovers diskutierten Modetrend der „Naked Dresses“ ein.

Robbie, die für ihre eher klassische Red-Carpet-Ästhetik bekannt ist, präsentierte sich dieses Mal deutlich gewagter. Mit hochgesteckten Haaren und dezentem Schmuck lenkte sie alle Aufmerksamkeit auf das Kleid – und damit auf die wachsende Diskussion über Mode, Selbstbestimmung und Körperbilder.

Empowerment oder Entwürdigung?

Der „Naked Dress“-Trend ist nicht neu – doch er ist kontrovers. Mode- und Gesellschaftsexpert:innen betonen, dass der Kontext darüber entscheidet, ob solche Looks als Ausdruck von Stärke oder Objektivierung wahrgenommen werden.

Ein prominentes Beispiel: Rose McGowan, die 1998 mit einem transparenten Kleid zu den MTV Video Music Awards erschien. Später erklärte sie, das Outfit sei eine bewusste Reaktion auf ihre Vergewaltigung durch Harvey Weinstein gewesen – ein Akt der Rückeroberung ihres Körpers. „Ich tat es mit Macht“, sagte sie Jahre später.

Anders wurde der Look von Bianca Censori, Ehefrau von Musiker Kanye West (Ye), bei den diesjährigen Grammy Awards gewertet. Kritiker:innen warfen dem Auftritt vor, vom problematischen Verhalten ihres Mannes abzulenken und lediglich seiner öffentlichen Inszenierung zu dienen.

Der Zyklus der Mode: Kommt jetzt das Gegenteil?

Die Soziologin und Modeexpertin Lorynn Divita weist darauf hin, dass der Trend zur Nacktheit möglicherweise seinen Höhepunkt überschritten hat:

„Wenn ein Trend sich erschöpft, kommt oft das Gegenteil.“
Ähnlich wie bei der Entwicklung von Skinny Jeans zu Schlaghosen könne sich Mode auch wieder in eine dezentere, verhüllendere Richtung bewegen.

Nacktheit um der Nacktheit willen – das könnte bald passé sein. In einer Kultur, in der Provokation zur Normalität geworden ist, verliert selbst der skandalöseste Look irgendwann seine Wirkung. Was folgt? Vielleicht eine Rückkehr zur Eleganz – oder zu neuen Formen des Ausdrucks, die jenseits von Haut und Transparenz wirken.

Fazit: Margot Robbies Auftritt war mehr als ein modischer Moment – er war ein Spiegel gesellschaftlicher Debatten über Freiheit, Macht und Inszenierung. Ob „Naked Dresses“ ein Zeichen von Selbstbestimmung oder ein Spiegel des medialen Blicks sind, bleibt dabei eine Frage der Perspektive.

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