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MAGA und der Umbau des Medienmarkts – Eine Reality-Show ohne Werbepause

geralt (CC0), Pixabay
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Die Absetzung von „Jimmy Kimmel Live!“ entwickelt sich in den USA zur erfolgreichsten Daily Soap seit „House of Cards“ – nur mit dem Unterschied, dass das Drehbuch offenbar direkt aus dem Oval Office stammt.

ABC, die eigentlich für sprechende Mäuse und singende Prinzessinnen bekannt sind, erklärten Kimmel kurzerhand zur persona non grata. Sein Vergehen? Er hatte es gewagt, Donald Trump und seine Bewegung in einem Atemzug mit der Ermordung des konservativen Aktivisten Charlie Kirk zu erwähnen. Ergebnis: Show gestrichen, Maus wedelt mit dem Schwanz.

Trump: Chefdramaturg und Lizenzhüter

Der von Trump eingesetzte FCC-Chef Brendan Karr erklärte Kimmel für „krankhaft“ – was in MAGA-Sprech bedeutet: Der hat gelacht, wo ich nicht gelacht habe. Gleichzeitig drohte er, ABC und anderen Sendern die Lizenz zu entziehen. Früher nannte man das Zensur, heute heißt es schlicht „Marktbereinigung“.

Medienmarkt à la Monopoly

Während die Öffentlichkeit noch über Meinungsfreiheit debattiert, läuft im Hintergrund die eigentliche Show: milliardenschwere Übernahmepoker. Nexstar – Amerikas größter Senderbetreiber – nutzt die Gelegenheit und wirft mit Milliarden um sich, um Konkurrenten aufzukaufen. Disney träumt von einem Streaming-Superkonzern, und Paramount erfindet sich als „Skydance Corporation“ neu, gesteuert von David Ellison – Sohn des Trump-Buddys und Oracle-Gründers Larry Ellison. Familienunternehmen, made in MAGA.

Satiriker als Endangered Species

Stephen Colbert, der es wagte, einen Vergleich von Paramount mit „einer großen Schmiergeldzahlung“ zu ziehen, darf sich bereits warm anziehen. Seine Show wird – rein zufällig – kurz vor der nächsten Mega-Fusion eingestellt. Zufall oder dramaturgischer Kniff? In MAGA-Land verschwimmen die Grenzen.

TikTok, CNN und das Märchen von der Vielfalt

Nebenbei laufen Pläne, TikTok den Chinesen abzuluchsen, während CNN gleich im Paket mit Warner Bros. über den Ladentisch gehen könnte. Trumpfreundliche Milliardäre stapeln Deals, als wären es Legosteine. Kritische Medien? Die bekommen lieber gleich die Fördermittel gestrichen.

Fazit:

Die MAGA-Bewegung baut den Medienmarkt um wie andere Leute ihr Wohnzimmer: ein bisschen Möbel rücken, ein paar alte Stücke rauswerfen – und am Ende sitzt Donald Trump auf dem größten Sessel, mit Larry Ellison als Fußhocker.

Willkommen in der neuen Prime-Time: „Make America Gated Again“ – Eintritt nur für Trump-treue Sender.

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