Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat deutliche Kritik an den Vereinigten Staaten geübt. In einer Rede vor französischen Botschafterinnen und Botschaftern in Paris warf er den USA vor, sich zunehmend von langjährigen Partnern und dem etablierten internationalen Regelwerk abzuwenden.
„Die Vereinigten Staaten bleiben eine globale Macht“, so Macron, „aber sie ziehen sich schrittweise von einigen ihrer Verbündeten zurück und distanzieren sich von den internationalen Normen, die sie selbst noch bis vor Kurzem verteidigt haben.“
Macron warnte vor einer Weltordnung, die wieder von den Interessen großer Mächte geprägt sei. „Wir leben in einer Ära der Großmächte, die in der Versuchung stehen, die Welt unter sich aufzuteilen“, sagte er. Die jüngsten Entwicklungen würden diesen Trend nur bestätigen. Dabei nannte er explizit auch China und Russland als Akteure, die zur Schwächung gemeinsamer Strukturen beitrügen.
Besonders besorgt äußerte sich Macron über die Rolle Europas in dieser veränderten Weltlage. „Es besteht die Gefahr, dass unser Europa geschwächt wird – und am Ende der letzte Ort bleibt, an dem noch an die Spielregeln erinnert wird, während andere sie längst missachten“, mahnte er. Die internationalen Foren, in denen bisher Zusammenarbeit möglich gewesen sei, verlören zusehends an Bedeutung.
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