Frankreich bleibt kreativ: Rücktritt war nur eine Generalprobe – Lecornu II jetzt im Kino!
Paris – Frankreich bleibt sich treu: Wenn die politische Krise eskaliert, hilft nur eins – eine Pointe mit Ansage. Premierminister Sébastien Lecornu, der sich am Montag noch wie ein beleidigter Briekäse aus dem Amt verabschiedet hatte, wurde am Freitagabend von Präsident Emmanuel Macron einfach wieder zum Premier ernannt.
Voilà! Frankreich hat also nun offiziell den weltweit ersten Recycling-Premier.
🕴️ Macrons Superkleber bleibt an der Macht
Statt eines parteiübergreifenden Konsenskandidaten oder eines neutralen Technokraten, wie ihn selbst Baguette-Hardliner gefordert hatten, entschied sich Macron für die Variante:
„Ich nehme den, den ich schon habe – der kennt sich wenigstens aus im Scherbenhaufen.“
Der Elysee ließ wissen, Lecornu habe sich „bewährt“ und soll jetzt schnell ein neues Kabinett zimmern, möglichst noch vor Ablauf der konstitutionellen Geduld der Franzosen – also etwa Sonntagmittag.
📉 Opposition im Dauer-Misstrauen-Modus
Die Opposition reagierte erwartbar empört:
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RN-Chef Jordan Bardella sprach von einer „demokratischen Schande“ (was vermutlich bedeutet: „Ich wäre gern Premier geworden“).
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LFI-Guru Jean-Luc Mélenchon nannte die Wiederernennung eine „lächerliche Komödie“ – als hätte man ihn nicht gefragt, das Drehbuch mitzuschreiben.
Beide kündigten umgehend ein Misstrauensvotum an, ganz nach dem Motto:
„Neues Kabinett? Neues Theaterstück! Aber dieselbe Pointe.“
🏛️ Der Plot: „Budget – die Rückkehr der Defizite“
Die Wiederverpflichtung Lecornus kommt mit eingebautem Countdown:
Das Budget 2025 muss spätestens Montag dem Parlament vorgelegt werden – andernfalls droht Frankreich die seltene Kombination aus Verfassungskrise, Schuldenpanik und chronischer Genervtheit.
Da bereits zwei Premiers an dieser Aufgabe gescheitert sind (Stichwort: Misstrauen, Vertrauensfrage, Exit), bleibt offen, ob Lecornu nun der Haushalts-Held oder der nächste Kanzlei-Kollateralschaden wird.
💸 Frankreichs Finanzen: „La Grande Déficit“
Mit einer Schuldenquote von 114 % und einem Defizit von 5,8 % segelt Frankreich stolz durch die Eurozone – allerdings mit Wasser im Boot und einer Steuererklärung, die in Brüssel regelmäßig Schnappatmung auslöst.
Die EU hat bereits im Sommer ein Defizitverfahren eingeleitet – ein Verfahren, das sich ungefähr so zielführend anfühlt wie ein veganes Croissant: gut gemeint, aber wenig Substanz.
Und während Macron Sparmaßnahmen möchte, will die linke Opposition lieber Reiche zur Kasse bitten – das nennt man in Frankreich: Débat à la Guillotine.
📦 Fazit: Frankreich improvisiert – wie immer mit Stil
Die französische Politik bleibt ein kulinarisches Erlebnis:
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Ein Hauch von Chaos,
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ein Spritzer Drama,
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und ein kräftiger Schuss Überraschung.
Ob Lecornu jetzt durchhält oder nächste Woche wieder zurücktritt, bleibt offen. Aber sicher ist:
In Paris kommt der Premier häufiger zurück als ein Bumerang im Windkanal.
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