Litauen setzt bei der Stärkung seiner Verteidigungsfähigkeit auf eine ungewöhnliche Maßnahme: Kinder sollen schon früh den Umgang mit Drohnen erlernen. Am Dienstag nahm an der Grenze zu Russland die erste von insgesamt neun geplanten Drohnenschulen ihren Betrieb auf. Dort werden Schüler ab zehn Jahren im Steuern von Drohnen unterrichtet.
Frühe Ausbildung für den Ernstfall
Nach Angaben des stellvertretenden Verteidigungsministers Tomas Godliauskas verfolgt das Programm ein klares Ziel: „Es geht darum, militärische Verteidigungsfähigkeiten aufzubauen, was Litauen sehr ernst nimmt, da es in der Nachbarschaft von Russland und Belarus lebt.“ Gerade angesichts des russischen Angriffskrieges in der Ukraine will die baltische Republik ihre Bevölkerung stärker auf mögliche Bedrohungsszenarien vorbereiten.
Drohnen als Schlüsselfaktor moderner Kriegsführung
Drohnen haben sich in den vergangenen Jahren zu einem zentralen Instrument moderner Kriegsführung entwickelt. Sie werden nicht nur für Aufklärung, sondern zunehmend auch für Angriffe eingesetzt. Erfahrungen aus dem Ukraine-Krieg zeigen, wie entscheidend die Fähigkeit sein kann, Drohnen schnell und effizient zu bedienen. Litauen will dieses Wissen früh vermitteln und zugleich technologisches Verständnis bei Kindern fördern.
Teil eines umfassenden Sicherheitskonzepts
Die neuen Drohnenschulen sind Teil eines größeren Sicherheits- und Verteidigungskonzepts. Neben dem regulären Schulunterricht sollen die Kinder praktische Übungen absolvieren, in denen sie lernen, Drohnen zu steuern, ihre Technik zu verstehen und sie im Ernstfall einzusetzen. Offiziell betont die Regierung jedoch, dass es nicht um die Militarisierung von Kindern gehe, sondern um eine Erweiterung technologischer Fähigkeiten, die später auch im zivilen Bereich nutzbar sind.
Politische Symbolik
Der Schritt hat auch eine starke symbolische Dimension: Litauen sendet damit das Signal, dass das Land im Ernstfall bereit ist, seine Bevölkerung umfassend in die Verteidigung einzubeziehen. Angesichts der geostrategischen Lage an der NATO-Ostflanke wird das Programm im In- und Ausland aufmerksam beobachtet.
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