Gold kaufen unter dem Marktpreis – und dazu noch monatliche Auszahlungen?
Mit solchen Versprechen wirbt ein Online-Angebot, das mit der TGI AG aus Liechtenstein zusammenarbeitet. Kunden sollen dort physisches Gold mit Rabatten von 2 bis 4 Prozent unter dem aktuellen Goldpreis erwerben können. Zusätzlich wird ein „Treuerabatt“ von bis zu einem weiteren Prozent sowie eine sichere Verwahrung in Schweizer oder liechtensteinischen Zollfreilagern in Aussicht gestellt.
Doch bei genauerem Hinsehen wirft das Angebot Fragen auf: Liegt das Gold der Kunden tatsächlich in einem solchen Zollfreilager – oder handelt es sich nur um ein Marketingversprechen?
Ein Angebot mit ungewöhnlichen Versprechen
Auf der Website wird das Programm als besondere Möglichkeit beworben, Gold günstiger als zum offiziellen Marktpreis zu kaufen. Während klassische Händler Aufschläge verlangen, sollen Anleger hier sogar unter dem Börsenpreis kaufen können.
Zu den beworbenen Vorteilen gehören:
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2–4 % Rabatt unter dem aktuellen Goldpreis
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bis zu 1 % zusätzlicher Treuerabatt
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keine versteckten Gebühren
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physische Lieferung oder Lagerung in Zollfreilagern in der Schweiz oder Liechtenstein
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angeblich vollständige Dokumentation und Versicherung jedes Barrens
Außerdem wird ein weiteres ungewöhnliches Element erwähnt:
Kunden sollen monatliche „Rabatt-Auszahlungen“ auf ihr Bankkonto erhalten.
Gerade diese Kombination – Gold unter Marktpreis und gleichzeitig regelmäßige Auszahlungen – ist in der klassischen Edelmetallbranche eher ungewöhnlich.
Was sind eigentlich Zollfreilager?
Zollfreilager, oft auch Freeports genannt, sind besonders gesicherte Lagerstätten. Dort können wertvolle Güter wie Gold, Kunstwerke oder Edelsteine gelagert werden, ohne dass sofort Zoll- oder Mehrwertsteuer anfällt.
In der Schweiz existieren mehrere solcher Einrichtungen, etwa in Genf oder Zürich. Sie gelten als besonders sicher und werden von Banken, Vermögensverwaltern und großen Händlern genutzt.
Wichtig ist jedoch:
Der Zugang zu solchen Lagern ist streng reguliert, und die Lagerung erfolgt normalerweise über etablierte Edelmetallhändler, Banken oder spezialisierte Lagergesellschaften.
Die entscheidende Frage: Existiert das Gold tatsächlich?
Das zentrale Versprechen des Angebots lautet, dass das Gold der Kunden physisch vorhanden und sicher verwahrt sei.
Doch genau hier stellen sich mehrere Fragen:
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In welchem konkreten Zollfreilager wird das Gold gelagert?
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Wer betreibt dieses Lager?
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Gibt es unabhängige Prüfberichte oder Lagerbestätigungen?
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Sind die Goldbarren einzelnen Kunden eindeutig zugeordnet?
Solche Informationen sind für Anleger normalerweise entscheidend. Seriöse Edelmetalllager bieten häufig Lagerzertifikate, Seriennummern der Barren oder externe Audits.
In vielen Marketingangeboten werden solche Details jedoch nicht öffentlich genannt.
Experten warnen regelmäßig vor unrealistischen Goldangeboten
Finanzexperten weisen seit Jahren darauf hin, dass Angebote mit Gold unter dem Marktpreis besonders sorgfältig geprüft werden sollten.
Der Grund ist einfach:
Der Weltmarktpreis für Gold ist global transparent. Händler verdienen ihr Geld üblicherweise über kleine Aufschläge, nicht über Rabatte unter dem Börsenkurs.
Wenn ein Anbieter dauerhaft Gold unter Marktpreis anbieten kann, stellt sich zwangsläufig die Frage:
Wie wird dieses Modell finanziert?
Vorsicht bei Gold-Investmentprogrammen
Grundsätzlich gilt für Anleger:
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physisches Gold sollte klar identifizierbar sein (z. B. über Seriennummern der Barren)
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der Lagerort sollte transparent und überprüfbar sein
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unabhängige Prüfberichte oder Lagerbestätigungen sind wichtig
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ungewöhnliche Zusatzversprechen wie regelmäßige Auszahlungen sollten kritisch geprüft werden
Fazit
Das beworbene Programm verspricht Anlegern Gold unter Marktpreis, zusätzliche Rabatte und sichere Lagerung in Schweizer Zollfreilagern.
Ob das Gold der Kunden tatsächlich in solchen Lagern liegt, lässt sich jedoch allein anhand der Werbeaussagen nicht überprüfen. Ohne konkrete Angaben zu Lagerort, Betreiber und unabhängigen Nachweisen bleibt die zentrale Frage offen:
Existiert das Gold wirklich – und liegt es tatsächlich in einem Schweizer Zollfreilager?
Für Anleger bedeutet das vor allem eines:
Bevor Geld investiert wird, sollten Transparenz, Nachweise und unabhängige Informationen sorgfältig geprüft werden.

Lag nicht kürzlich noch, laut TGI- Werbung, und Aussagen von Herrn Kaltenegger, das Gold bei den Partnern in Afrika und Südamerika? Weil die es als Sicherheit für eigene Kredite benutzten und keine Depotgebühren verlangten? Sprechen wir da von den Goldcrestbarren? Ist das Lager in der Schweiz auch umsonst?