Fünf Tage nach einer verheerenden Lawine im Hinterland des Lake Tahoe ist auch der neunte und letzte vermisste Skifahrer tot geborgen worden. Das teilte die Sheriffin von Nevada County, Shannan Moon, am Samstag auf einer Pressekonferenz mit. Damit seien nun alle neun Opfer im Gebiet von Castle Peak in der Sierra Nevada gefunden worden.
Bei dem Unglück handelt es sich um die tödlichste Lawine in der modernen Geschichte Kaliforniens.
Freunde, Schwestern und Bergführer unter den Opfern
Unter den Toten befinden sich enge Freunde, zwei Schwestern sowie drei professionelle Bergführer des Unternehmens Blackbird Mountain.
Die Opfer sind:
- Carrie Atkin (46), Soda Springs, Kalifornien
- Lizabeth Clabaugh (52), Boise, Idaho
- Danielle Keatley (44), Soda Springs und Larkspur, Kalifornien
- Kate Morse (45), Soda Springs und Tiburon, Kalifornien
- Caroline Sekar (45), Soda Springs und San Francisco, Kalifornien
- Katherine Vitt (43), Greenbrae, Kalifornien
- Andrew Alissandratos (34), Verdi, Nevada
- Nicole Choo (42), South Lake Tahoe, Kalifornien
- Michael Henry (30), Soda Springs, Kalifornien
Zwei weitere Mitglieder der 15-köpfigen Skigruppe überlebten die Lawine. Sie könnten laut Behörden helfen, den genauen Ablauf des Unglücks zu rekonstruieren.
Extreme Bedingungen erschwerten Rettung
Die Lawine hatte sich am Dienstag ereignet, als die Gruppe von einem dreitägigen geführten Backcountry-Skitrip zurückkehrte. Nach Angaben der Behörden erfasste die Lawine ein Gebiet von der Größe eines amerikanischen Footballfelds. Schneemassen von bis zu 2,4 Metern sowie Windgeschwindigkeiten von rund 145 km/h (90 mph) machten die Situation besonders gefährlich.
Die Rettungsarbeiten wurden durch anhaltend schlechtes Wetter massiv behindert. Whiteout-Bedingungen und starke Winde verhinderten tagelang den Einsatz von Hubschraubern. Zudem bestand weiterhin hohe Lawinengefahr.
Erst als sich der Wind am Freitag legte, konnten Hubschrauber eingesetzt werden. Sie warfen Wasser über dem betroffenen Gebiet ab, um die Lawinengefahr zu verringern. Anschließend suchten Einsatzkräfte nach dem letzten Vermissten.
„Auch wenn wir sie nicht alle retten konnten, sind wir dankbar, dass wir sie nach Hause bringen können“, sagte Sheriff Moon.
Ermittlungen laufen
Sechs Mitglieder der Gruppe waren bereits kurz nach dem Unglück gerettet worden. Laut dem stellvertretenden Sheriff Sam Brown gerieten die Skifahrer unmittelbar nach dem Abgang der Lawine in einen „panischen Modus“, um ihre verschütteten Freunde zu finden. Drei Personen konnten zwar ausgegraben werden, überlebten jedoch nicht.
Die Behörden prüfen nun, ob im Zusammenhang mit der Tour möglicherweise strafrechtlich relevante Fahrlässigkeit vorliegt.
Die Tragödie hat die enge Bergsportgemeinschaft rund um Lake Tahoe tief erschüttert.
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