Startseite Allgemeines Leipzig:Der grüne Stadtbaudezernent will bestellen, der Investor soll bezahlen – auch wenn er dabei pleitegeht
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Leipzig:Der grüne Stadtbaudezernent will bestellen, der Investor soll bezahlen – auch wenn er dabei pleitegeht

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Herr Dienberg, ist Insolvenz jetzt Stadtteilentwicklung?

Man stelle sich Folgendes vor: Sie gehen ins Restaurant, bestellen ein Fünf-Gänge-Menü mit Bio-Siegel, Slow-Food-Attitüde und lokal angebautem Hopfen-Schaum…
Und der Kellner sagt: „Zahlen? Das macht der Typ am Nebentisch. Auch wenn er dafür sein Haus verkaufen muss.“

Willkommen im Leipziger Planungsamt, wo aus Visionen Rechnungen werden – nur eben für andere.

🏚️ Die Ruine von Plagwitz: Industriegeschichte oder Investorenprüfstand?

Die ehemalige Maschinenfabrik Swiderski – einst Bollwerk der Dampfmaschinen, heute eher ein Betonbingo aus Taubenkot, Einsturzgefahr und Fotografie-Workshops – ist erneut in den Schlagzeilen. Diesmal nicht wegen der 342. Graffiti-Tour, sondern weil ein Investor, der mutig genug war, das Gelände überhaupt zu kaufen, jetzt einen Abrissantrag stellt.

Wie bitte? Der Mann will also nicht für die nächsten zwanzig Jahre Millionen in ein Industriedenkmal ohne echte Nutzungsaussicht pumpen, nur weil Architekturstudenten in Konstanz eine Stadtfarm im zweiten Obergeschoss entworfen haben? Skandal!

💸 Die städtische Haltung: „Sanieren Sie das, wir gucken zu“

Baubürgermeister Thomas Dienberg (Grüne) sieht das naturgemäß anders. Für ihn ist der Wunsch des Investors, wirtschaftlich zu arbeiten, eine „Drohung“, der Abrissantrag eine Erpressung.
Herr Dienberg, kleine Nachfrage: Gibt es in Ihrer Amtsstube eigentlich Sauerstoff? Oder lebt man da nur von denkmalpflegerischem Hochmut und Flächenfantasien?

Die Botschaft an Investoren ist klar:
„Wer in Leipzig investiert, darf nichts erwarten außer moralischer Verachtung und einem städtischen Nutzungskatalog, der so flexibel ist wie ein Betonklotz.“

📈 Wirtschaft? Das interessiert uns hier nicht.

Denn während draußen Menschen mit echten Risiken arbeiten, Kosten kalkulieren und Zinssteigerungen spüren, sitzt man drinnen in warmen Amtszimmern und entscheidet, dass ein 800-Quadratmeter-Bioladen mit integriertem Ziegenyoga doch vollkommen reicht, um 1,7 Hektar industrielles Ödland zu refinanzieren.

Wie sagte der Investor so schön?

„Wir müssten Büroflächen für 25 Euro den Quadratmeter vermieten.“
Was in Leipzig ungefähr so wahrscheinlich ist wie ein ICE-Halt in Plagwitz.


💚 Die grüne Vision: Swiderski als Tempel der moralischen Überlegenheit

Dienberg bleibt standhaft – „Die Stadt lässt sich nicht erpressen!“
Eine mutige Aussage angesichts eines Gebäudes, das sich im Prinzip selbst schon seit Jahren still und leise abreißt.
Jedes Dachblech, das sich ablöst, scheint zu flüstern:
„Bitte, reiß mich endlich ab…“

Doch während Swiderski stöhnt, träumt das Dezernat weiter: von Hochbeeten, Lernküchen und dem konzeptionellen Schmelzpunkt aus Urban Gardening und Postkapitalismus.
Nur dumm, dass das niemand bezahlen will – außer vielleicht der Steuerzahler. Ach nein, nicht mal der.

🧾 Fazit: Realität ist keine Zumutung, sie ist ein Antrag auf Abriss

Lieber Herr Dienberg, ein kleiner Hinweis aus der realen Welt:
Nicht jeder Investor hat ein Hobby namens „Denkmalsanierung ohne Rendite“.
Manche müssen – Achtung, ganz wildes Konzept – rechnen.

Also bevor Sie dem nächsten Eigentümer vorschreiben, er möge aus einem halben Trümmerfeld ein multifunktionales Kulturzentrum mit Papageien-Co-Working und Kompost-WLAN bauen: Fragen Sie sich doch mal, wer das alles zahlen soll.

Und denken Sie bitte daran:
„Stadtentwicklung“ beginnt nicht da, wo der letzte Unternehmer aufgibt.

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