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Lagarde warnt – doch Europa bleibt im Krisenmodus

qimono (CC0), Pixabay
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Ein Krieg im Nahen Osten, steigende Zölle, ein starker Euro und eine EZB im Zinsnebel: Christine Lagarde, Chefin der Europäischen Zentralbank, klingt wie eine Wetterfee im Sturm – sie sieht düstere Wolken, warnt vor Turbulenzen, verweist aber auf den Regenschirm, den sie selbst gerade erst aufgeklappt hat.

Iran-Israel-Krieg? Europa zuckt nur mit den Schultern

Während die Raketen im Nahen Osten fliegen, zittert die Euro-Zone – aber nur leicht. Laut Lagarde wird die Konjunktur „kurzfristig eingetrübt“. Das ist höflich formuliert für: Die Stimmung kippt, Exporte schwächeln, Investitionen werden verschoben. Warum? Weil man sich nicht sicher ist, ob es morgen überhaupt noch bezahlbaren Diesel gibt – oder ob die Straße von Hormus gesperrt ist.

Wirtschaft auf Standgas – aber Lagarde bleibt gelassen

Die Präsidentin der EZB wirkt, als hätte sie für jede Krise eine Checkliste. Hohe Zölle? Check. Starkes Euro-Kursniveau? Check. Explodierende Unsicherheit? Doppelt-Check. Doch die Lösung ist altbekannt: „Der starke Arbeitsmarkt, steigende Realeinkommen und lockerere Finanzierungsbedingungen“ sollen es richten. Das ist, als würde man ein brennendes Haus mit einem feuchten Lappen löschen – Hauptsache, die Bilanz sieht gut aus.

Zinssenkung als Placebo

Die EZB hat jüngst die Zinsen gesenkt, als sei das der große Wurf gegen geopolitisches Chaos. Doch mit billigem Geld allein lässt sich kein Krieg stoppen – und keine unterbrochene Lieferkette reparieren. Lagarde setzt auf das Prinzip Hoffnung: Dass Konsum und Unternehmen sich irgendwie zusammenraufen, obwohl niemand mehr weiß, was der nächste Monat bringt.

Zollstreit mit den USA: Schon wieder „intensive Gespräche“

EU-Handelskommissar Maros Sefcovic berichtet derweil von „intensiven Gesprächen“ mit der US-Seite. Diese „intensiven Gespräche“ dauern seit Jahren an – ohne dass irgendjemand erklären kann, was eigentlich verhandelt wird. Europa will Einigung, Washington will Macht. Zwischen Zollandrohungen und industriepolitischen Muskelspielen wirkt Brüssel wie ein Schachspieler, dem man gerade die Hälfte der Figuren weggenommen hat.

Fazit: Die EZB spielt auf Zeit – doch die Märkte nicht

Während Lagarde noch von mittelfristiger Widerstandsfähigkeit spricht, reagieren Märkte, Unternehmen und Verbraucher längst auf Sicht. Die Risiken sind konkret: Energiepreise, Transportkosten, Exportchancen – all das steht auf dem Spiel, wenn geopolitische Brände auf wirtschaftliches Pulver treffen. Doch die Antwort der EZB bleibt dieselbe: Worte, Zinskosmetik und ein Stoßgebet in Richtung Brüsseler Verhandlungstisch.

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