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La Niña trifft Polarwirbel: Steht ein außergewöhnlicher Winter bevor?

hungvina1986 (CC0), Pixabay
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Meteorologen warnen vor dramatischem Wetterumschwung – ungewöhnliche Stratosphärenveränderung könnte Winterwetter entscheidend beeinflussen.

Etwas Ungewöhnliches scheint sich in den oberen Luftschichten über der Arktis zusammenzubrauen – und könnte die Wetterlage für den Winter 2025/2026 drastisch verändern.

Die Atmosphäre befinde sich an einem „kritischen Punkt“, erklärt Klimatologe Judah Cohen, Wissenschaftler am MIT, in einer E-Mail an USA TODAY. „Was im November passiert, könnte eine Weggabelung für den restlichen Winter darstellen“, so Cohen.

Was passiert gerade in der Stratosphäre?

Laut aktuellen Wettermodellen könnte es zu einem seltenen Phänomen kommen: einer plötzlichen stratosphärischen Erwärmung (SSW). Das klingt paradox, denn eine Erwärmung in großer Höhe könnte zu starker Abkühlung am Erdboden führen.

Im Fall eines solchen Ereignisses wird der sogenannte Polarwirbel – ein Kaltluftwirbel über der Arktis – gestört und nach Süden gedrängt. Dies könnte zur Folge haben, dass eiskalte Polarluft weite Teile der USA erreicht.

„Die Erwärmung in der Stratosphäre kann in wenigen Tagen mehr als 50 Grad Celsius betragen“, erklärt Cohen. „Der Polarwirbel wird dadurch weit südlich verschoben.“
Sollte es tatsächlich zu diesem Phänomen kommen, wäre es das erste Mal im Monat November, dass eine solche Erwärmung seit Beginn der Satellitenaufzeichnungen beobachtet wird. Frühere Fälle gab es laut Cohen nur 1958 und 1968 – damals allerdings noch ohne präzise Messdaten.

La Niña vs. Polarwirbel: Wer dominiert den Winter?

Zwar spielt auch das Klimaphänomen La Niña, das kühles Wasser im Pazifik mit sich bringt und globalen Einfluss auf Wetterlagen hat, eine Rolle – doch laut Cohen ist die Dynamik des Polarwirbels ausschlaggebender für die Frage, wie kalt der Winter wirklich wird.

Ein Zusammenspiel beider Phänomene sei wahrscheinlich, aber unvorhersehbar. „Es wird keinen klaren Sieger geben – beide Systeme wirken gleichzeitig, aber auf unterschiedliche Weise“, so Cohen. La Niña beeinflusse eher die Richtung, in die die Kaltluft gesteuert werde, während der Polarwirbel über die Intensität der Kälte entscheide.

Wie stark wird der Winter in den USA?

Entscheidend sei laut Cohen, ob und wie stark sich das Geschehen in der Stratosphäre auf das Wetter in der Troposphäre – also unsere eigentliche Wetterzone – auswirkt.

Kommt es zu einer starken Kopplung zwischen Polarwirbel und Jetstream, könnte dies ab Dezember zu einer längeren Phase von kaltem und schneereichem Wetter führen – möglicherweise bis in den Januar hinein.
Bleibt diese Verbindung jedoch schwach, sei auch ein ungewöhnlich milder Winter möglich.


Fazit:
Der Winter 2025/26 steht auf der Kippe – zwischen frostigem Ausnahmezustand und ungewohnt milder Witterung. Ob sich der Polarwirbel oder La Niña durchsetzt, bleibt offen. Für Meteorologen ist der November jedenfalls ein Monat mit Weichenstellung.

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