Ein neues KI-Tool namens Waterlily sorgt in den USA derzeit für Aufsehen: Es soll vorhersagen können, wann ein Mensch auf Pflege im Alter angewiesen sein wird – und wie teuer das wird. Die Ergebnisse können schockieren.
Eine 28-jährige Journalistin, die das System testete, erhielt die Prognose, dass sie ab ihrem 86. Lebensjahr Pflege benötigen könnte – etwa 35 Stunden pro Woche – und das Ganze mit Kosten von bis zu 10 Millionen Dollar, über fünf Jahre gerechnet, inflationsbereinigt.
Waterlily analysiert individuelle Daten wie Wohnort, Körpergröße, Einkommen, Lebensstil (z. B. Alkoholkonsum), familiäre Verhältnisse oder Gesundheitsgeschichte. Die Nutzung ist kostenlos, erfordert jedoch ein Gespräch mit einem Pflegeberater oder Finanzplaner.
Die KI will keine Hellseherin sein, betont Gründerin Lily Vittayarukskul: „Es ist keine Kristallkugel – aber das Beste, was wir derzeit haben.“ Die Wahrscheinlichkeit, dass die Journalistin im Alter pflegebedürftig wird, lag bei knapp 20 Prozent – eine realistische Einschätzung, wie auch Pflegeforscher bestätigen.
Warum Vorsorge so wichtig ist
Täglich erreichen in den USA über 11.000 Menschen das Rentenalter von 65 Jahren. Doch laut Experten sind viele unzureichend auf Pflegebedürftigkeit vorbereitet. Oft wird das Thema verdrängt – sowohl von Betroffenen als auch von Angehörigen. Eine Studie zeigt: 88 Prozent der Familien wünschen sich mehr Unterstützung und Information, wenn es um Pflege im Alter geht.
Besonders schwierig ist oft das erste Gespräch: „Niemand spricht gerne über sein eigenes Ende“, sagt eine Pflegeberaterin. Doch gerade diese Gespräche seien essenziell, um im Ernstfall vorbereitet zu sein – etwa, wo man leben möchte, wer einen pflegt oder welche finanziellen Mittel zur Verfügung stehen.
Pflege kostet – aber Vorsorge hilft
Finanzberater empfehlen, die große Zahl – 10 Millionen Dollar – nicht überzubewerten. Umgerechnet in heutige Werte entspricht sie etwa 400.000 Dollar. „Einfach anfangen zu sparen“, rät ein Finanzexperte. „Und je näher man dem Ruhestand kommt, desto gezielter kann man planen.“
Das Tool Waterlily wird künftig sicher weiterentwickelt. Doch klar ist schon jetzt: Pflege wird kommen – ob früher oder später – und wer vorbereitet ist, hat mehr Kontrolle über sein Altern.
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