In Kuba ist mal wieder das Licht ausgegangen – diesmal gleich komplett. Ein „vollständiger Zusammenbruch des Stromnetzes“, wie es offiziell heißt. Oder anders gesagt: Das System hat beschlossen, sich selbst den Stecker zu ziehen.
Für die rund zehn Millionen Einwohner bedeutet das: kein Strom, keine Klimaanlagen, keine Kühlschränke – aber dafür jede Menge Zeit, um über die Lage nachzudenken. Und die ist, vorsichtig formuliert, seit Jahren eher… unerquicklich.
Dass Kuba regelmäßig im Dunkeln sitzt, ist nichts Neues. Neu ist höchstens die Frequenz, mit der das passiert. Der aktuelle Blackout reiht sich nahtlos in eine Serie von Ausfällen ein, die inzwischen fast so zuverlässig auftreten wie staatliche Durchhalteparolen.
Die Gründe sind bekannt: marode Infrastruktur, fehlendes Öl, politische Blockaden – und ein Venezuela, das als Energielieferant inzwischen selbst andere Probleme hat. Die USA helfen derweil auf ihre ganz eigene Art: indem sie Öllieferungen blockieren und gleichzeitig erklären, man wolle eigentlich nur helfen.
Besonders hilfreich ist dabei offenbar Donald Trump. Während Kuba also im Dunkeln sitzt, nutzt er die Gelegenheit für geopolitische Gedankenspiele. Er könne sich vorstellen, die Insel „zu übernehmen“ oder „zu befreien“. Details? Unnötig. Hauptsache, der Satz sitzt.
„Ich kann damit machen, was ich will“, ließ Trump verlauten – ein Satz, der vermutlich selbst bei Menschen ohne Strom für ein kurzes Stirnrunzeln sorgt.
Währenddessen reagieren die Menschen vor Ort pragmatisch: Sie schlagen mit Töpfen, protestieren, und wenn es sein muss, tragen sie auch mal das Inventar eines Parteigebäudes auf die Straße. Improvisation gehört schließlich zur Grundausstattung des Alltags.
Die kubanische Regierung gibt sich bemüht, spricht von Wiederaufbau und Stabilisierung – Worte, die im Dunkeln besonders gut klingen, weil man die Realität gerade nicht sehen kann.
Am Ende bleibt ein Land ohne Strom, mit wachsender Unzufriedenheit und einer Außenpolitik, die irgendwo zwischen Druck, Drohungen und „freundlicher Übernahme“ pendelt.
Oder anders gesagt: In Kuba ist gerade alles aus – außer den großen Ansagen.
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