Stärken der Bilanz
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Hohe Kapitalausstattung durch Muttergesellschaft
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Eigenkapital (inkl. Agio) liegt bei 77,5 Mio. €, was für eine neu gegründete Gesellschaft eine solide Basis darstellt.
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Die Struktur ist eindeutig die eines Holding- und Finanzvehikels, nicht einer operativen Gesellschaft.
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Wesentliche Vermögenswerte in Beteiligungen
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83,4 Mio. € in Finanzanlagen (Beteiligungen an learnd Ltd und Ashdown Controls).
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Diese spiegeln den Kernzweck der Gesellschaft wider (Holdingfunktion).
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Keine Off-Balance-Sheet-Verpflichtungen
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Das reduziert Unsicherheit über versteckte Risiken.
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Schwächen / Risiken
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Negatives Ergebnis im Gründungsjahr
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Jahresfehlbetrag: -2,3 Mio. €.
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Haupttreiber: hohe Beratungskosten, Notariatsgebühren und Finanzierungskosten (über 1,5 Mio. € Zinsaufwand).
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Da keine Umsatzerlöse generiert werden, ist die Gesellschaft von Beteiligungserträgen abhängig.
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Abhängigkeit von Konzernfinanzierungen
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Schulden gegenüber Muttergesellschaft (5,7 Mio. €) und externem Kreditgeber P Capital Partners V (8,7 Mio. €).
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Zinssätze sind hoch (11,9 % bei P Capital; >5 % bei intra-group loans).
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Zinsaufwand übersteigt Zinserträge deutlich → strukturelles Defizit möglich.
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Liquiditätssituation angespannt
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Cash-Bestand nur 0,1 Mio. €, während kurzfristige Verbindlichkeiten bei 2,3 Mio. € liegen.
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Das Unternehmen ist faktisch von Cash-Transfers aus dem Konzern abhängig, um laufende Kosten zu decken.
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Beteiligungsbewertung riskant
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Beteiligungen wurden zum Anschaffungspreis angesetzt, keine Wertminderung trotz Verlusten bei Ashdown Controls (-77k €).
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Das kann mittelfristig zu Abschreibungsbedarf führen, wenn sich die operativen Töchter nicht stabilisieren.
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Gesamteinschätzung
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learnd Acquisition S.à r.l. ist klar als Finanzholding positioniert. Sie dient der Verwaltung und Finanzierung von Konzerngesellschaften.
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Die Eigenkapitalbasis ist stark, aber:
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die Gesellschaft arbeitet nicht profitabel,
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ist hochgradig fremdfinanziert (fast 17 Mio. € Schulden bei nur 0,1 Mio. € Cash),
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und hängt voll von der Performance der Beteiligungen ab.
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Die Bilanz ist formal solide, aber die GuV zeigt, dass das Modell aktuell Kosten frisst und keine eigenen Einnahmen generiert. Ohne Dividenden oder Verkaufserlöse aus Beteiligungen dürfte sich das Defizit verstetigen.
Verbesserungsvorschläge
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Optimierung der Finanzierungsstruktur
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Refinanzierung des teuren 11,9%-Kredits prüfen.
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Mehr Eigenkapital statt Fremdkapital, um Zinslast zu reduzieren.
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Cash-Management stärken
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Kurzfristige Liquiditätsplanung verbessern; Cash-Bestand von 0,1 Mio. € ist kritisch.
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Eventuell Kreditlinie mit Muttergesellschaft absichern.
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Beteiligungen überwachen
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Frühzeitige Prüfung auf Wertminderungen (insbesondere Ashdown Controls).
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Strategische Weiterentwicklung der Töchter, um mittelfristig Dividendenfähigkeit zu erreichen.
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Kostenkontrolle
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Berater- und Verwaltungskosten von über 1 Mio. € im Gründungsjahr sind hoch.
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Effizienzsteigerungen notwendig, um strukturelle Verluste zu begrenzen.
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👉 Fazit:
Die Bilanz zeigt eine typische Holding-Startphase: viel Kapital, hohe Investitionen in Beteiligungen, aber auch strukturelle Verluste durch teure Finanzierung und Verwaltungsaufwand. Kritisch ist die Liquiditätssituation – hier braucht es zwingend Absicherung durch den Konzern.
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