In Abu Dhabi haben am Freitag Gespräche zwischen der Ukraine, den USA und Russland begonnen – erstmals seit Langem wieder an einem Tisch. Doch die Vorzeichen sind alles andere als einfach: Russland pocht weiterhin auf seine Maximalforderungen, allen voran die vollständige Kontrolle über den Donbas. Die Ukraine lehnt das ab.
Das Land ist kriegsmüde. Nach fast zwei Jahren massiver Kämpfe, Millionen Vertriebenen, zerstörten Städten und ständiger Bedrohung wächst in der Bevölkerung der Wunsch nach einer politischen Lösung. Doch die Front ist festgefahren – ebenso wie viele diplomatische Positionen.
Verhandlungen mit bitterem Beigeschmack
Obwohl die USA mit hochrangigen Beratern wie Jared Kushner vertreten sind, schickte Russland nur Militärs – kein Zeichen von Entgegenkommen. Präsident Selenskyj betonte, dass es ohne Rückzug russischer Truppen keine Einigung geben könne. Gleichzeitig räumte er ein: „Es ist zu früh für Schlussfolgerungen.“
Ein russischer Vorschlag, der Ukraine den Donbas zu überlassen und dafür andere Frontlinien einzufrieren, sorgt in Kiew für Empörung. Russische Einheiten sollen laut Moskau sogar in entmilitarisierten Zonen „patrouillieren“ – mit bewaffneter Nationalgarde. Für viele in der Ukraine ein schlechter Witz.
Zwischen Hoffnung und Erschöpfung
Der Druck auf Selenskyj wächst – nicht nur militärisch, sondern auch aus der eigenen Gesellschaft. Die Menschen wollen Frieden, aber keinen um jeden Preis. Die Angst, dass Verhandlungen nur ein Aufschub für den nächsten russischen Angriff sind, bleibt groß.
Trotz internationaler Vermittlungsversuche, etwa durch die Trump-Regierung, ist derzeit nicht erkennbar, dass Russland von seinen Gebietsansprüchen abrücken will. Kiew hingegen sieht sich gezwungen, den Donbas weiter zu verteidigen – nicht nur aus strategischen Gründen, sondern weil ein vollständiger Rückzug als Kapitulation empfunden würde.
Fazit:
In Abu Dhabi wird geredet – aber wirklich verhandelt?
Die ukrainische Bevölkerung sehnt sich nach einem Ende des Krieges, während auf diplomatischer Ebene die alten Fronten verharren. Die Gespräche sollen am Samstag fortgesetzt werden. Ob sie der Anfang vom Ende oder nur ein weiteres Kapitel der Erschöpfung sind, bleibt offen.
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