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Krieg, Öl, Inflation: Wie der Iran-Konflikt die US-Geldpolitik ins Wanken bringt

TheDigitalArtist (CC0), Pixabay
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Eigentlich schien der Kurs klar. Die US-Notenbank wollte 2026 vorsichtig lockern, die Inflation weiter eindämmen und die Wirtschaft stabilisieren. Doch nun kommt der Iran-Krieg – und stellt alles infrage.

Wenn die Federal Reserve in dieser Woche über den Leitzins entscheidet, geschieht das unter außergewöhnlichem Druck. Krieg im Nahen Osten, steigende Energiepreise, politische Angriffe auf die Notenbank – und eine Wirtschaft, die zwischen Abkühlung und neuer Teuerung schwankt.

Die Märkte rechnen zwar damit, dass die Fed die Zinsen zunächst unverändert lässt – im Bereich von 3,5 bis 3,75 Prozent. Doch was danach kommt, ist offen wie lange nicht mehr.

Der Grund: ein neuer Ölpreisschock. Seit Beginn des Krieges sind die Preise deutlich gestiegen, zeitweise über 100 Dollar pro Barrel. Für die US-Wirtschaft bedeutet das vor allem eines: steigende Kosten – von Benzin bis Lebensmittel.

Schon jetzt zahlen Amerikaner so viel für Sprit wie seit mehr als zwei Jahren nicht mehr. Gleichzeitig zeigen neue Daten, dass die Inflation bereits vor dem Krieg wieder angezogen hat. Die Großhandelspreise stiegen im Februar deutlich stärker als erwartet.

Für die Notenbank ist das ein Dilemma. Höhere Preise sprechen eigentlich für steigende oder zumindest stabile Zinsen. Doch gleichzeitig kühlt sich der Arbeitsmarkt ab – ein Argument für Zinssenkungen.

Die Folge: Unsicherheit.

Selbst Erwartungen an baldige Zinssenkungen bröckeln. Ökonomen halten es inzwischen für möglich, dass es in diesem Jahr gar keine Lockerung mehr gibt. Stattdessen könnte das Motto lauten: „höher für länger“.

Hinzu kommt politischer Druck. Fed-Chef Jerome Powell steht unter Beobachtung, seine Nachfolge ist ungeklärt, ein Streit um seine Person schwelt in Washington. Die Unabhängigkeit der Notenbank – lange ein Grundpfeiler der US-Wirtschaftspolitik – gerät zunehmend unter Beschuss.

Für Präsident Donald Trump ist die Lage heikel. Steigende Energiepreise treffen die Verbraucher direkt – und könnten sich schnell in sinkenden Zustimmungswerten niederschlagen.

Der Iran-Krieg wirkt damit weit über den Nahen Osten hinaus. Er trifft die amerikanische Innenpolitik – und zwingt die mächtigste Zentralbank der Welt zu Entscheidungen unter maximaler Unsicherheit.

Oder anders gesagt: Die Fed kann warten. Der Krieg nicht.

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