Die militärische Eskalation zwischen den USA, Israel und dem Iran greift zunehmend auf die gesamte Region über. Mehrere amerikanische Einrichtungen im Nahen Osten sind in den vergangenen Stunden Ziel von Angriffen geworden, während Washington seine Offensive gegen Teheran weiter intensiviert.
US-Einrichtungen in Dubai, Saudi-Arabien und Katar getroffen
Eine Drohne schlug auf dem Gelände des US-Konsulats in Dubai ein. Nach Angaben amerikanischer Stellen wurden alle Mitarbeiter erfasst, Verletzte gab es nicht. Auch die CIA-Station in Riad, die sich im selben Komplex wie die US-Botschaft befindet, wurde bei einem mutmaßlich iranischen Drohnenangriff beschädigt. Zudem meldeten US-Quellen Treffer nahe einer amerikanischen Basis in Katar.
Die US-Regierung hat daraufhin mehrere Botschaften in der Region vorübergehend geschlossen und amerikanische Staatsbürger zur Ausreise aufgefordert.
Massive US-Angriffe auf iranische Ziele
US-Präsident Donald Trump erklärte, Irans Luftwaffe und Marine seien „ausgeschaltet“ worden. Nach Angaben des Kommandeurs des US-Zentralkommandos, Admiral Brad Cooper, wurden seit Beginn der Operation „Epic Fury“ innerhalb von weniger als 100 Stunden fast 2.000 Ziele mit mehr als 2.000 Präzisionswaffen angegriffen.
Die USA hätten bislang 17 iranische Schiffe zerstört, darunter auch ein einsatzfähiges U-Boot. Derzeit befinde sich kein iranisches Kriegsschiff mehr im Persischen Golf oder in der Straße von Hormus, so Cooper. An der Operation seien über 50.000 Soldaten sowie mehr als 200 Kampfflugzeuge beteiligt.
Iran reagierte laut US-Angaben mit mehr als 500 ballistischen Raketen und über 2.000 Drohnen. Teherans Fähigkeit zu Gegenschlägen nehme jedoch ab, erklärte das US-Militär.
Raketenbeschuss Israels und Gefechte im Libanon
Gleichzeitig setzte der Iran seine Angriffe auf Israel fort. Die israelische Armee meldete erneut Raketenstarts, Luftabwehrsysteme seien im Einsatz. Auch aus dem Libanon wurden Raketen auf Nordisrael abgefeuert, die größtenteils abgefangen wurden.
Israel weitete seinerseits die Angriffe im Südlibanon aus und forderte die Evakuierung weiterer Ortschaften. Nach Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums kamen in den vergangenen zwei Tagen mindestens 50 Menschen ums Leben, Hunderte wurden verletzt. Auch drei Sanitäter seien getötet worden, teilte die Weltgesundheitsorganisation mit.
Straße von Hormus nahezu blockiert
Besonders gravierend sind die Auswirkungen auf die globale Energieversorgung. Der Schiffsverkehr durch die strategisch wichtige Straße von Hormus ist nahezu zum Erliegen gekommen. Statt der üblichen rund 60 Öl- und Chemietanker pro Tag passierten zuletzt nur noch zwei die Meerenge.
Versicherer haben Kriegsdeckungen ausgesetzt, Frachtraten explodieren. Die Ölpreise stiegen deutlich, in den USA verzeichneten die Benzinpreise den stärksten Tagesanstieg seit 2005. Präsident Trump kündigte staatliche Garantien für Schiffe in der Region an und stellte militärische Geleitsicherung durch die US-Marine in Aussicht.
China forderte ein sofortiges Ende der Kampfhandlungen und die Sicherung der Handelsrouten. Beobachter weisen darauf hin, dass insbesondere große Energieimporteure in Asien – darunter China und Japan – von einer Stabilisierung der Lage profitieren würden.
Internationale Evakuierungen
Mehrere europäische Staaten begannen mit der Evakuierung ihrer Bürger aus der Region. Großbritannien organisiert Charterflüge aus Oman, Frankreich kündigte Sonderflüge an, Italien und Tschechien holten Staatsangehörige mit Militär- und Sondermaschinen zurück. Tausende Reisende sitzen weiterhin fest, da der zivile Flugverkehr stark eingeschränkt ist.
Politische Kritik in den USA
Innenpolitisch wächst in den USA der Druck auf die Regierung. Der demokratische Minderheitsführer im Repräsentantenhaus, Hakeem Jeffries, kritisierte, es gebe keine ausreichende Begründung für den Militäreinsatz. Er sprach von einem möglichen „Krieg ohne klare Strategie“ und warnte vor einer weiteren Ausweitung des Konflikts.
Die Regierung ließ offen, wie lange die Operation dauern könnte. Ein Einsatz von Bodentruppen wurde nicht ausdrücklich ausgeschlossen.
Die Lage bleibt hochdynamisch. Während die militärischen Operationen rund um die Uhr andauern, verschärfen sich die wirtschaftlichen und humanitären Folgen des Konflikts zunehmend – mit Auswirkungen weit über die Region hinaus.
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