Gute Nachrichten mit bitterem Beigeschmack: Laut einer neuen globalen Studie hätte man fast 40 Prozent aller Krebsfälle im Jahr 2022 vermeiden können. Ja, richtig gelesen – sieben Millionen Menschen weltweit hätten womöglich gar nicht erst erkranken müssen. Aber wer hätte auch ahnen können, dass Rauchen, Saufen, Sonnenbraten und schlechte Luft nicht die beste Idee sind?
Die Studie, veröffentlicht in Nature Medicine, wertet Daten aus 202 Ländern aus. Das Forscherteam um Isabelle Soerjomataram von der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC) liefert damit endlich den Beweis für das, was Gesundheitskampagnen seit Jahrzehnten predigen – allerdings meist vergeblich.
Erkenntnis des Jahres: Feuerwerk im Körper ist keine gute Idee
Laut Studie sind bei Frauen 30 Prozent und bei Männern satte 45 Prozent der Krebserkrankungen auf sogenannte „vermeidbare Ursachen“ zurückzuführen. Vermeidbar heißt: Man hätte einfach nicht zur Zigarette greifen, die Schnapsflasche stehen lassen oder sich gelegentlich gegen HPV impfen lassen können. Aber gut, wo bleibt da der Spaß?
Besonders beliebt unter den stillen Gefahren: das humane Papillomavirus (HPV) und das gute alte Helicobacter-pylori-Bakterium – beide hauptverdächtig bei Krebsarten wie Gebärmutterhals- und Magenkrebs. Klar, Impfung wäre möglich. Aber hey – „wird schon nicht mich treffen“, oder?
Österreich – wir rauchen uns tapfer durch
In Österreich liegt man im Trend: Bei Frauen sind 30 Prozent der Krebsfälle vermeidbar, bei Männern 38 Prozent. Besonders auffällig ist die Liebe zum blauen Dunst: 22 Prozent der männlichen Krebsfälle gehen aufs Konto des Rauchens – bravo! Frauen hinken mit 13 Prozent leicht hinterher, aber man arbeitet offenbar dran.
Alkohol, UV-Strahlung, Infektionen, krebserregende Arbeitsplätze – alles mit dabei. Besonders pikant: berufsbedingte Risiken betreffen Männer mehr als dreimal so häufig wie Frauen. Aber keine Sorge, das ist nur die Realität, nicht etwa ein Skandal.
Afrika infiziert, der Westen pafft – globale Gerechtigkeit, die brennt
Die regionalen Unterschiede liefern dann endgültig Stoff für schwarzen Humor: In Afrika und Asien sind Infektionen Hauptverursacher von Krebs – schlicht weil Impfungen, Hygiene und medizinischer Zugang nicht überall selbstverständlich sind. In Europa, Australien und Nordamerika hingegen regiert der Lifestyle-Krebs: Rauchen, Saufen, Sonnen – und das möglichst ohne Helm und Schutzcreme.
Und nun? Mehr Studien! Weniger Taten.
„Krebsfälle von vornherein verhindern“ sei laut WHO die beste Strategie, um die globale Krebslast zu verringern. Klingt super. Man stelle sich nur vor, wir würden Prävention tatsächlich ernst nehmen! Aber seien wir ehrlich: Zwischen Stressabbau-Yoga, Detox-Wasser und Influencer*innen, die Sonnenbrände romantisieren, ist leider kein Platz für lästige Impfungen oder Nikotinentzug.
Ach ja, und bis 2040 wird die Zahl der Krebsneuerkrankungen laut WHO um 50 Prozent steigen, sofern wir so weitermachen wie bisher. Aber gut – warum heute ändern, was auch morgen noch schieflaufen kann.
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