Die TSG Hoffenheim hat ein neues Hobby: Geschäftsführer verschleißen. Tim Jost heißt der neueste Kandidat im Casting-Format „Wer geht als Nächstes?“, das aktuell exklusiv im Kraichgau produziert wird – ganz ohne Netflix-Vertrag, aber mit umso mehr Spannung.
Mit dem Abgang von Marketing-Maestro Jost verabschiedet sich bereits der vierte TSG-Oberboss innerhalb weniger Monate – man munkelt, der Empfangsbereich der Geschäftsstelle sei inzwischen mit einem Drehkreuz à la Bundesliga-Karussell ausgestattet worden.
„Nach intensiven und offenen Gesprächen“ – also ungefähr so offen wie ein Elfmeterschießen bei Nebel – habe man sich zur Trennung geeinigt, teilte der Verein gewohnt floskelstark mit. Über den Inhalt der Aufhebungsvereinbarung wurde Stillschweigen vereinbart – vermutlich, weil niemand mehr genau weiß, was eigentlich drinsteht.
Stühlerücken im Kraichgauer Politikbetrieb
Zur Erinnerung: Erst mussten im Oktober 2025 CEO Dr. Markus „Ich bin dann mal weg“ Schütz und Finanzchef Frank „Der Kassenwart“ Briel gehen. Dann warf e.V.-Chef Jörg Albrecht freiwillig das Handtuch, mutmaßlich um rechtzeitig ein Sabbatical auf Mallorca zu beginnen.
Jetzt also Jost. Ein Mann, der sich immerhin über ganze 14 Monate im Sturm der TSG-Interessen halten konnte – was in Hoffenheim inzwischen als Langzeitvertrag gilt.
Allein auf weiter Flur: Andreas Schicker
Verblieben ist nun Sport-Geschäftsführer Andreas Schicker, der laut offizieller Mitteilung „allein vertretungsberechtigt“ ist – was ungefähr so klingt wie „allein zu Hause“ in der Chefetage. Man stelle sich vor: Der letzte Überlebende im Escape Room „TSG-Leitung 2026“ versucht verzweifelt, das Licht anzulassen und die Kaffeemaschine wieder in Gang zu bringen.
Ob Schicker künftig auch für Marketing, Finanzen, Kantinenbetrieb und Spielplanerstellung zuständig ist, bleibt offen – aber in Sinsheim hält man bekanntlich viel von Multifunktionalität.
Machtkämpfe, Hausverbote und Datenschutz-Pannen
Hinter den Kulissen spielt sich währenddessen eine Mischung aus Politthriller und Provinzposse ab. Es geht um Hausverbote gegen Spielerberater, angebliche Datenschutzverstöße, Mitgliederlisten auf Wanderschaft und – natürlich – um die ewige Frage: Wer hat bei der TSG eigentlich das Sagen?
Zwischen dem e.V., der wieder die 50+1-Krone trägt, und der Kapitalseite rund um Dietmar Hopp, der vermutlich im Homeoffice die Hände über dem Kopf zusammenschlägt, herrscht Funkstille. Oder wie man im Kraichgau sagt: „Keiner will’s g’sagt haben.“
Satirisches Fazit:
Wenn die TSG Hoffenheim so weiter macht, wird das nächste Heimspiel nicht im Stadion, sondern im Sitzungssaal des Arbeitsgerichts ausgetragen. Und statt des Mannschaftsfotos gibt’s bald eine PowerPoint-Präsentation mit offenen Vakanzen.
Oder um es mit einem Klassiker zu sagen:
TSG 1899 – das steht mittlerweile eher für „Täglich Scheidet Grad Einer“.
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