Venedig hat schon viele Illusionen gesehen – aber diese war besonders groß, teuer und von Sicherheitskräften begleitet: die Hochzeit von Amazon-Milliardär Jeff Bezos und seiner Dauerverlobten Lauren Sanchez. Einst als glamouröses Spektakel auf der Luxusyacht „Koru“ geplant, wird es nun zur diplomatisch gesicherten Festung an Land. Romantik meets Risiko.
Der schönste Tag im Leben – nur nicht auf dem Wasser
Statt auf hoher See zu feiern wie einst Kleopatra auf dem Nil, hat sich das Paar entschieden, nicht auf ihrer schwimmenden Schatulle zu residieren. Schuld daran: keine Seekrankheit, sondern der internationale Sicherheitsalarm. Offenbar kann selbst ein 127-Meter-Schiff im Wert von 500 Millionen Dollar nicht garantieren, dass der Champagner ungestört per Drohne geliefert wird.
Das Paar residiert nun bodenständig – also in einem der teuersten Hotels der Stadt – während ihre Gäste in Venedigs engen Gassen für den nächsten Netflix-Skandal gecastet werden.
Verlegte Liebe: Vom Renaissance-Palast in den Hafenkessel
Eigentlich sollte die Hochzeit im malerischen Prunkbau Scuola Grande della Misericordia stattfinden – aber dort drohten weniger Tauben als vielmehr Protestierende. Die Aktivistengruppe „No Bezos“ hatte keine Lust auf Glitzer, sondern versprach Lärm, Transparente und vermutlich sogar ein Megafon.
Jetzt steigt die Feier im „Arsenale“ – einer alten Schiffswerft. Romantikfaktor: mittel. Sicherheitsfaktor: hoch. Für Bezos ein akzeptabler Tausch – Amazon liefert schließlich auch an Packstationen.
Ein Festival der Flüge – 80 Mal Privatjet, bitte!
Der venezianische Himmel wird in diesen Tagen zur Anflugschneise für Jetsetters. Mehr als 80 Privatjets wurden erwartet – aus LA, London, New York und Dubai. Ein CO₂-Fußabdruck, der sogar Greta Thunberg aus der Lagune treiben könnte. Aber was tut man nicht alles für einen Gratisdrink mit Oprah und ein Selfie mit Leo.
Politisch aufgeladen: Das „Event des Jahres“ im Parlament
Die Hochzeit hat mittlerweile auch das politische Parkett erreicht. Die italienischen Oppositionsparteien Fünf Sterne und Grüne wollen vom Innenminister wissen, warum Venedig plötzlich wie Davos wirkt – nur mit besseren Häppchen. Die Lagunenstadt, sagen sie, dürfe kein „Freizeitpark für Superreiche“ sein. Ob’s hilft?
Fazit: Hochzeitswahn zwischen Hochwasserwarnung und High-Security
Die Bezos-Hochzeit ist weniger Märchen als Megaproduktion. Was als Luxusliebe begann, endet im Krisenmodus mit diplomatischer Note. Die Moral von der Geschichte? In Venedig kann man alles feiern – nur nicht ungestört. Und wer Jeff Bezos sagt, muss offenbar auch Sicherheitsstufe Rot sagen.
Bleibt nur die Frage: Wird Amazon Prime Video den Hochzeitsfilm streamen – oder bleibt’s bei exklusiven Stories in Forbes und Page Six?
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