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Kopfschütteln deluxe: Lehrerstreik in Sachsen – schon wieder, oder immer noch?

gugacurado (CC0), Pixabay
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Man fragt sich ja wirklich, wie viele Teilzeitlehrkräfte diesmal wieder mit Trillerpfeife und Thermobecher bewaffnet auf dem Richard-Wagner-Platz stehen werden. Die einen unterrichten montags und donnerstags zwei Stunden Deutsch in der 7b, die anderen coachen freitags Ethik auf Zuruf – und alle sind plötzlich das „Rückgrat des Staates“, wenn’s um mehr Geld geht. Kein Wunder, dass der Unterricht ausfällt – immerhin ist Streiken anstrengender als zwei Diktate zu korrigieren.

In der kommenden Woche also: Warnstreiks in Leipzig und Dresden. Warum? Weil die Tarifverhandlungen mal wieder ins Leere gelaufen sind. Die Lehrkräfte sind „enttäuscht“, wie es so schön heißt. Verständlich – wer möchte schon für seine Teilzeitstelle nur Teilzeit bezahlt werden?

Gefordert wird ein Plus von sieben Prozent, mindestens aber 300 Euro mehr im Monat. Weil, klar, die Preise steigen. Und das Referat zur Photosynthese in Klasse 6 ist heute eben auch anspruchsvoller als früher. Auch Azubis und Praktikanten sollen mehr bekommen – 200 Euro monatlich extra. Schließlich ist das Mensaessen in der Lehrer*innenbildung mittlerweile fast ungenießbar ohne Bio-Sojalatte zum Ausgleich.

Ganz vorn dabei wie immer: der Beamtenbund dbb, der den Ton angibt – und mit großem Pathos von „lästigen Kostenfaktoren“ und „logischer Konsequenz“ spricht. Klingt nach Streik-Romantik mit Bühnenskript.

Aber gut – wenn’s schon kein Geld regnet, dann wenigstens Konfetti beim Protestmarsch. Die große Entscheidung fällt im Februar in Potsdam. Sollte es dort wieder keine Einigung geben, wird vermutlich das nächste Mal nicht nur gestreikt, sondern gleich zum Bildungs-Notstand ausgerufen. Was dann ja auch endlich mal ehrlich wäre.

Fazit: Im nächsten Leben werde ich Lehrer in Sachsen. Teilzeit natürlich. Und streiken, sobald’s draußen wärmer wird. Unterricht? Ach ja, der fällt dann leider aus.

1 Komment

  • Wie immer. Die, die am besten bezahlt werden, wollen noch mehr.
    Unglaublich. Wie wäre es mal mit Unterricht? Nicht nur immer Aufgaben verteilen und Arbeiten schreiben.

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