Das digitale Bezahlsystem Wero will in Europa eine ernsthafte Alternative zu US-Anbietern wie PayPal, Visa und Mastercard bieten. Entwickelt wird es von der European Payments Initiative (EPI), einem Konsortium zahlreicher europäischer Banken, das den Zahlungsverkehr unabhängiger von außereuropäischen Diensten machen will.
So funktioniert Wero
Wero ermöglicht schnelle Geldtransfers zwischen Privatpersonen sowie inzwischen auch Zahlungen im Onlinehandel. Statt einer klassischen Überweisung mit IBAN und BIC reicht bei Wero die Handynummer oder E-Mail-Adresse, um Geld in Echtzeit zu senden oder anzufordern. Voraussetzung ist, dass sowohl Sender als auch Empfänger Wero aktiviert haben.
In einem kleinen Praxis-Test der Stiftung Warentest funktionierten diese Echtzeit-Überweisungen problemlos – unabhängig davon, bei welcher teilnehmenden Bank die Konten der Nutzer*innen geführt werden.
Aktuelle Verbreitung und Integration
Wero ist seit Sommer 2024 in mehreren europäischen Ländern verfügbar, darunter Deutschland, Frankreich und Belgien. In Deutschland unterstützen bereits viele Banken den Dienst, darunter Sparkassen, Volks- und Raiffeisenbanken, ING, Postbank, Revolut, diverse PSD-Banken und die BBBank. Der Trend zeigt, dass immer mehr Institute sich anschließen: Im Testangebot von Stiftung Warentest bieten rund 82 % der untersuchten Banken Wero schon an – Tendenz steigend.
Die Deutsche Bank und die Postbank haben Wero Ende 2025 eingeführt, und auch die Smartphone-Bank N26 will den Dienst ab Mitte 2026 nutzen.
Händlerakzeptanz und Ausbaupläne
Der Bezahldienst soll nicht nur für Peer-to-Peer-Zahlungen dienen, sondern auch für den Online-Einkauf. Erste Händler wie Eventim bieten bereits Wero an; das EPI-Konsortium plant, bis Ende 2026 rund 200 Händler einzubinden und den Dienst auch im stationären Handel verfügbar zu machen.
Vorteile und Herausforderungen
Positiv bewertet wird:
- Echtzeit-Zahlungen ohne Eingabe langer Kontodaten
- Integration in viele Banking-Apps
- Kostenfreiheit für Verbraucher
- europäische Daten- und Zahlungs-Souveränität gegenüber US-Diensten
Allerdings steckt Wero noch in der Entwicklung und ist bisher bei vielen Verbrauchern wenig bekannt. Experten betonen, dass Vertrauen im Handel erst aufgebaut werden müsse und die Akzeptanz bei Händlern entscheidend für den Erfolg sei – ähnlich wie bei etablierten Diensten.
Fazit
Der Test von Stiftung Warentest zeigt: Wero funktioniert technisch gut und bietet eine praktische Alternative zu traditionellen Überweisungen für mobile Zahlungen. Ob es tatsächlich zu einer ernsthaften Konkurrenz für große Anbieter wie PayPal wird, hängt jedoch stark vom weiteren Ausbau des Systems – vor allem bei Händlerakzeptanz und Bekanntheit – ab.
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